Tarifnews

    Sozialpartnerschaft für faire Produktionsbedingungen

    Netflix: Mindestgagen für deutsche Serienproduktionen

    17. Juli 2020 | Netflix und ver.di wollen ihre Sozialpartnerschaft für faire Produktionsbedingungen bei deutschen fiktionalen Serienproduktionen weiter ausbauen. Die jetzt unterzeichneten Vereinbarung für höheren Mindestvergütungen für erfahrene Filmschaffende zeige das ernsthafte Interesse von Netflix die besten Filmschaffende zuverlässig für die geplanten Serienprojekte zu gewinnen, resümiert Matthias v. Fintel, Leiter Bereich Medien, Journalismus und Film bei ver.di. Als nächster Schritt in der Sozialpartnerschaft ist ein Qualifikations-Dialog verabredet worden.

    Logo von Netflix Photo by Dima Solomin on Unsplash ver.di und Netflix schnüren faires Gesamtpaket aus Vergütungen und Arbeitsbedingungen.

    Bereits zuvor konnte sich auf eine Anerkennung der geltenden Flächentarifverträge und die darauf aufbauenden Zusatzvergütungen für Urheber*innen geeinigt werden. Natürlich spielte Geld eine Rolle und die erhöhten Mindestvergütungen und urheberrechtlichen Erfolgsvergütungen seien sicher ein Anreiz, so von Fintel. Stärker wiege aber ein faires Gesamtpaket aus Vergütungen und Arbeitsbedingungen, das ver.di mit Netflix auch zukünftig weiterentwickeln wollen.

    Auch Rachel C. Schumacher, Leitende Rechtsberaterin für Arbeitsrecht bei Netflix, zeigt sich sehr zufrieden: „Netflix steht für außergewöhnliche Produktionen, die nur dank der vielen Mitwirkenden realisiert werden können. Deren Leistungen wollen wir auch fair und angemessen vergüten. Wir freuen uns daher, unsere Partnerschaft mit ver.di zu stärken und weiterzuentwickeln. Um gemeinsam dem Fachkräftemangel zu begegnen, möchten wir zudem Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten mit unseren Produktionspartnern schaffen.”

    Ein faires Gesamtpaket aus Vergütungen und Arbeitsbedingungen

    Bereits seit 2020 bestehen Gemeinsame Vergütungsregeln (GVR) zu erfolgsbasierten Zusatzvergütungen zwischen Netflix und ver.di. Am 7. Juni 2022 haben sich Netflix und ver.di zudem auf Folgendes geeinigt: Ab dem 1. Juli 2022 macht Netflix sowohl den bestehenden Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende als auch den Gagentarifvertrag zwischen ver.di und der Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V. zur formellen Grundlage bei seinen Serienproduktionen.

    Außerdem geht Netflix bei den Gagenhöhen für an den Serien-Produktionen beteiligte Filmschaffende mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung über den bestehenden Gagentarifvertrag hinaus: Bei Folgenbudgets über 1,2 Mio. Euro werden die Mindestgagen um 5 Prozent angehoben und bei Folgenbudgets über 2,5 Mio. Euro um 7,5 Prozent. Außerdem werden auch Mindestgagen für Regisseur*innen geregelt, diese fügen sich in die bestehende GVR ein.

    Netflix ist mit über 167 Millionen zahlenden Mitgliedern in über 190 Ländern der größte Streaming-Entertainment-Dienst weltweit und bietet Zugriff auf eine große Auswahl vielfältiger Serien, Dokumentationen und Spielfilme in zahlreichen Sprachen. Mitglieder können die Inhalte jederzeit, überall und mit fast jedem beliebigen internetfähigen Endgerät unbegrenzt streamen, ohne dauerhafte Verpflichtungen einzugehen. Die Wiedergabe der ausgewählten Titel kann dabei ganz ohne Werbeunterbrechungen jederzeit gestartet, unterbrochen und fortgesetzt werden.

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