Tarifnews

    Gemeinsam handeln

    ITF als Bündnispartner für Amazon-Beschäftigte

    19. August 2014 | Internationale Solidarität haben die Beschäftigten von Amazon beim Gewerkschaftskongress der Internationalen Transportarbeiter-Föderation erhalten.

    Amazon – jetzt wird die Tarifmauer durchbrochen Stefan Najda Amazon – jetzt wird die Tarifmauer durchbrochen

     

    Auf dem ITF-Kongress (International Transport Workers´ Federation), der vom 10. bis 16. August in Sofia stattfand, hat ver.di erneut auf die Probleme bei Amazon hingewiesen und den internationalen Gewerkschaftsdachverband als globalen Bündnispartner gewonnen.

    Die Internationale Transportarbeiter-Föderation vertritt mehr als fünf Millionen Beschäftigte im Verkehrs-, Transport- und Logistiksektor. Die Unterstützung der ITF gilt derzeit verstärkt den Besatzungen von Schiffen, die unter sogenannten Billigflaggen fahren. Die ITF ist nicht nur berechtigt, in verschiedenen Ländern direkt Tarifverträge für die Besatzungen abzuschließen, sie kommt auch mit Kontrolleuren an Bord und prüft das Einhalten des weltweit ersten internationalen Tarifvertrags für diese Branche, der seit 2000 gültig ist. An dem 43. ITF-Kongress in Sofia nahmen rund 2.000 Delegierte aus 379 Gewerkschaften in 116 Ländern teil.

    „Unser Ziel ist, eine globale Antwort auf die globale Herausforderung Amazon zu finden.“

    Christine Behle, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    Die ITF hat nun zugesagt, den Online-Händler Amazon gemeinsam mit der unter anderem für den Handel zuständigen UNI Global Union und ver.di ins Visier zu nehmen. Die Gewerkschaften wollen gemeinsame Solidaritätsaktionen starten, um die Amazon-Beschäftigten in ihrem Kampf um existenzsichernde Arbeitsbedingungen und den Abschluss von Tarifverträgen zu unterstützen.

    „Unser Ziel ist, eine globale Antwort auf die globale Herausforderung Amazon zu finden – für existenzsichernde Tarifverträge aller Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Dafür sei es wichtig, globale Kampagnen zu organisieren, um gewerkschaftliche Stärke gemeinsam mit den Auslieferern, Speditionen und Dienstleistern bei Amazon zu entwickeln. Die ITF habe zugesichert, durch ihr globales Büro für Logistik- und Lieferketten die notwendige Infrastruktur bereitzustellen, um somit nationale und internationale Aktionen zu ermöglichen.

    „Die stärkere Vernetzung internationaler Gewerkschaften und der jetzige Schritt sind ein wichtiges Signal, dass die Solidarität zwischen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch vor Ländergrenzen nicht Halt macht“, erklärte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel.

    Amazon beschäftigt weltweit rund 100.000 Mitarbeiter, die keiner Tarifbindung unterliegen. Immer mehr Beschäftigte, vor allem in Europa, schließen sich daher in Gewerkschaften zusammen, um für bessere Arbeitsbedingungen und Tarifverträge zu kämpfen.

    „Die Zusage der ITF ist ein weiterer Schritt für den Aufbau eines stabilen internationalen Netzwerkes, den ver.di bereits mit zahlreichen europäischen Ländern gestartet hat“, betonte Behle. „Das bietet uns eine solide Grundlage, um den Kampf für die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verstärken.“