Tarifnews

    Ein respektloses Angebot

    Versicherungsangestellte wollen sich nicht mit Krümeln abspeisen lassen

    Berlin, 20. Mai 2015 | ver.di hat die Arbeitgeber des Versicherungsgewerbes aufgefordert, in der dritten Verhandlungsrunde am 22. Mai ein verhandlungsfähiges Angebot für die rund 174.000 Versicherungsangestellten des Innendienstes vorzulegen. „Die Beschäftigten haben mit ihren Warnstreiks deutlich gemacht, dass sie hinter den Forderungen für eine angemessene Gehaltserhöhung stehen und sich nicht mit dem abspeisen lassen, was die Arbeitgeber in der zweiten Runde angeboten haben“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister.

    Mehrere Tausend Beschäftigte haben seit dem 12. Mai 2015 an verschiedenen Standorten im Bundesgebiet die Arbeit niedergelegt, um sich für ein verhandlungsfähiges Angebot stark zu machen. Streiks gab es bisher in Karlsruhe, Stuttgart, München, Hannover, Münster und Wiesbaden. Am morgigen Donnerstag werden Beschäftigte aus Düsseldorf, Köln und Koblenz, am Freitag Versicherungsangestellte aus Hamburg, Kiel, Hannover und erneut aus München für ihre Forderung streiken.

    Beschäftigte haben maßgeblichen Anteil an den guten Unternehmensgewinnen

    Die zweite Verhandlungsrunde war am 28. April 2015 in Köln ergebnislos geblieben, weil die Arbeitgeber ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt hatten. Die Versicherungsangestellten hätten auf das inakzeptable Angebot der Arbeitgeber mit Empörung reagiert und dieses als respektlos bezeichnet, so Meister. „Sie erwarten zu Recht ein Angebot, das ihre Arbeit und ihr Engagement anerkennt.“ Die Beschäftigten hätten einen maßgeblichen Teil zu den guten Unternehmensgewinnen von 2014 und den guten Ergebnissen, die für 2015 erwartet werden, beigesteuert.

    ver.di fordert für die Versicherungsangestellten des Innendienstes 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 160 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Auszubildende sollen für jedes Ausbildungsjahr 60 Euro mehr erhalten. Des weiteren sollen Regelungen zur unbefristeten Übernahme nach der Ausbildung vereinbart werden.

    Das Arbeitgeberangebot aus der zweiten Verhandlungsrunde beinhaltet sechs Nullmonate und würde bezogen auf die ersten zwölf Monate ein tatsächliches Plus von lediglich 0,8 Prozent ergeben. Die Gehälter sollen zum 1. Oktober 2015 um 1,6 Prozent und dann jeweils ein Jahr später zunächst um 1,4 und dann um 1,2 Prozent angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages würde 36 Monate betragen. Dieses Angebot hat ver.di als nicht verhandlungsfähig zurückgewiesen.

    Die dritte Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband für das Versicherungsgewerbe findet am 22. Mai in Hamburg statt.