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    Unternehmensverantwortung: Petition „Menschenrechte vor Profit“

    Berlin, 6. Juni 2016 | Smartphone, Markenkleidung, Schokolade – hinter diesen Dingen verbergen sich oft Geschichten von Hunger, Armut und Menschenrechtsverletzungen. Ob in Textilfabriken in Bangladesch, bei der Ernte von Kakaobohnen in Ghana oder beim Rohstoffabbau in Konfliktgebieten: Menschen schuften unter unwürdigen Bedingungen für Hungerlöhne, sind enormen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und werden von ihrem Land vertrieben.

    Die auf diese Weise gewonnenen Rohstoffe und produzierten Waren sind auch von deutschen Unternehmen beauftragt. In der Öffentlichkeit bekennen diese sich zwar größtenteils zur Nachhaltigkeit, hinter den Kulissen nehmen viele aber Menschenrechtsverletzungen in Kauf. Den Opfern dieser Geschäftspraktiken bietet die deutsche Gesetzgebung bisher kaum Möglichkeiten, Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen. Die Achtung von Menschenrechten im Ausland gilt als freiwillige Angelegenheit. Die Rechte von Investoren sind in Handelsabkommen dagegen verbindlich verankert und können vor privaten Schiedsgerichten eingeklagt werden. Dieses System der menschenrechtlichen Verantwortungslosigkeit ist untragbar.

    Nationaler Aktionsplan soll kommen

    Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, dem auch ver.di angehört, fordert die Bundesregierung daher auf, Unternehmen zu verpflichten, die Menschenrechte auch im Auslandsgeschäft zu achten. Noch im Juni will die Bundesregierung einen Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte vorlegen. Schon jetzt gibt es allerdings deutliche Signale, dass dieser nur unverbindliche Empfehlungen und Beratungsangebote statt gesetzliche Verpflichtungen vorsehen wird. Fordern Sie deshalb gemeinsam mit dem Bündnis Angela Merkel und Sigmar Gabriel auf, sich für einen ambitionierten Aktionsplan einzusetzen.

     

    Getragen wird die Petition durch die Verbände CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Forum Menschenrechte und VENRO sowie die Einzelorganisationen Brot für die Welt, CIR, Germanwatch, INKOTA-netzwerk, MISEREOR, Oxfam, SÜDWIND, terre des hommes und ver.di.

    In der Textilfabrik „One Composite Mills“ in Gazipur, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch Doreen Fiedler/dpa Bildfunk In der Textilfabrik „One Composite Mills“ in Gazipur, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch