Tarifnews

    Weitere Streiks für Entlastung in Düsseldorf und Essen

    Uniklinik Essen: 96,9 Prozent stimmen für Erzwingungsstreik

    Illustration Berufsgruppen im Krankenhaus/in der Pflege mit Banner "Mehr von uns ist besser für alle" Tom Körner Zusammenstehn - Mehr von uns ist besser für alle

    3. August 2018 | Die überwältigende Mehrheit der ver.di-Mitglieder am Uniklinikum Essen hat sich für einen Erzwingungsstreik ausgesprochen. Bei der zwischen Dienstag und Freitag laufenden Urabstimmung stimmten 96,9 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder, bei einer hohen Beteiligung, für einen unbefristeten Streik, um einen Tarifvertrag für Entlastung und mehr Personal durchzusetzen.

    „Das ist ein weiteres klares Signal an die Arbeitgeber: Sie sollten zur Vernunft kommen und endlich für Entlastung sorgen“, erklärte Jan von Hagen, der bei ver.di Nordrhein-Westfalen für Krankenhäuser zuständig ist. Der Arbeitskampf werde am Montag nahtlos an den Warnstreik in dieser Woche anknüpfen. Auch an der Düsseldorfer Uniklinik werde der Ausstand unbefristet fortgesetzt. An beiden Kliniken hatten die Arbeitsniederlegungen bereits spürbare Auswirkungen.

    „Die Streikbeteiligung ist sehr stabil und die Stimmung der Streikenden ernsthaft“, berichtete von Hagen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben einen langen Atem, aber keine Geduld mehr. Sie werden den Streik so lange aufrechterhalten, bis bessere Arbeitsbedingungen vereinbart werden.“ Am Uniklinikum Düsseldorf sind inzwischen drei Stationen wegen des Streiks geschlossen, eine vierte kommt am Montag voraussichtlich hinzu „Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit, um eine Gefährdung von Patientinnen und Patienten auszuschließen“, betonte der Gewerkschafter. „Da die Klinikleitung bislang nicht an uns herangetreten ist, gehen wir davon aus, dass es in dieser Hinsicht keine Probleme gibt.“ Neben Normalstationen sind Operationen, Anästhesie, Krankentransport, Küche, Ambulanzen und nun auch der Dialyse-Bereich vom Ausstand betroffen.

    Am Essener Uniklinikum haben die Arbeitsniederlegungen ebenfalls massive Auswirkungen. Hier sind derzeit sieben Stationen geschlossen, über 200 Betten werden auf Grundlage der Notdienstvereinbarung zwischen Vorstand und ver.di nicht belegt. „Die Arbeitgeber haben es jederzeit in der Hand, den Arbeitskampf zu beenden, indem sie mit einem substanziellen Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehren“, so von Hagen. „Die Bundesregierung hat beschlossen, jede zusätzliche Pflegestelle voll zu refinanzieren. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, warum sich die Klinikvorstände weiter so vehement gegen Verbesserungen sperren. Diese sind dringend nötig, um eine gute Versorgung zu sichern und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.“