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    Hilfreiche Tropfen

    Erste Bilanz des Fonds für Schlecker-Beschäftigte

    14. Dezember 2012 | Nach rund 100 Tagen seines Bestehens hat der Solidaritätsfonds für ehemalige Schlecker-Beschäftigte eine erste Bilanz gezogen: In mehr als 100 Fällen, vor allem bei alleinerziehenden Frauen, hat der Fonds mit insgesamt fast 40.000 Euro erste Hilfe leisten können.

    Die einmalige und auf maximal 400 Euro begrenzte Unterstützung des Solidaritätsfonds sei nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative, der auch ver.di angehört. Wenigstens habe die Unterstützungszahlung den Einkauf von Heizöl oder Winterkleidung möglich gemacht. In vielen Fällen konnten in letzter Minute die Kündigung der Wohnung oder ein Inkasso-Verfahren abgewendet werden - in zwei Fällen sogar der Besuch eines Gerichtsvollziehers.

    „Das bisherige Spendenaufkommen lässt erkennen, dass die Solidarität in Deutschland noch lebendig ist.“

    Paul Schobel, ehemaliger Betriebsseelsorger

    Enstanden ist das Projekt im Frühjahr 2012 aus der Wut darüber, dass die Politik den 25.000 Beschäftigten eine Transfergesellschaft verweigert hat. Gegründet wurde der Fonds auf Initiative der baden-württembergischen ver.di-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier unter dem Dach der Caritas-Stiftung „Arbeit und Solidarität“. Spenden sind aus ganz Deutschland eingegangen.

    Über die bislang 150 eingegangenen Anträge hat eine dreiköpfige Kommission entschieden. Neben der finanziellen Hilfe gibt das Vergabe-Trio den Antragstellenden auch Hinweise, wo sie weitere Unterstützung finden oder staatliche Zuschüsse erhalten können. „Gut zu wissen, dass überhaupt noch jemand an uns denkt!“, zitiert die Initiative in ihrer Pressemitteilung aus dem Dankesbrief einer ehemaligen Schlecker-Beschäftigten. Von den über 25.000 ehemaligen Beschäftigten hat nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit immer noch mehr als die Hälfte keine neue Arbeit gefunden.

    Das Antragsformular ist für von der Insolvenz betroffene ehemalige Schlecker-Beschäftigte unter www.paul-schobel-stiftung.de abrufbar.

    Spendenkonto der Paul-Schobel-Stiftung: Konto 640 20 03 bei der LIGA-Bank, Bankleitzahl 750 903 00.