Tarifnews

    Fünf Standorte betroffen

    Amazon: ver.di ruft erneut zum Streik auf

    1. Oktober 2018 | ver.di hat die Beschäftigten des größten Online-Versandhändlers Amazon am heutigen Montag mit Beginn der Frühschicht zu einem bundesweiten Streik bis Dienstagabend aufgerufen. Betroffen sind Bad Hersfeld, Koblenz, Leipzig, Rheinberg und Werne. Bereits in der letzten Woche war es an mehreren Standorten zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass es durch die Streiks zu Lieferverzögerungen kommt. In den letzten Tagen hatte Amazon versucht, die Belegschaften durch geringe, einseitige Lohnerhöhungen von 2,0 bis maximal 2,7 Prozent von weiteren Arbeitsniederlegungen abzuhalten. „Ohne die ausdauernden Streiks der letzten Jahre würde es wahrscheinlich bis heute keinen Cent mehr Lohn bei Amazon geben. Das weiß die Belegschaft genau“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Wer um 4,5 Millionen US-Dollar pro Stunde reicher wird, kann seinen Beschäftigten wenigstens verlässliche Einkommen und rechtsverbindliche Lohnzuwächse bieten. Einseitige Lohndiktate können morgen wieder geändert werden. Sicherheit bietet nur ein Tarifvertrag.“

    Amazon – der anhaltende Konflikt DPA Bildfunk Amazon – der anhaltende Konflikt


    ver.di fordert seit Jahren einen Tarifvertrag für den weltweit größten Versandhändler, während Amazon jede tarifliche Bindung für die Beschäftigten ablehnt. Darüber hinaus hat ver.di das Online-Kaufhaus zum Abschluss eines Gesundheitstarifvertrages aufgefordert, der ebenfalls abgelehnt wird. „Wenn die Amazon-Beschäftigten gesund die Rente erreichen wollen, benötigen sie heute Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen. Körperliche und psychische Belastungen müssen verringert oder vermieden werden, die lückenlose Überwachung und Kontrolle an den Arbeitsplätzen wollen wir stoppen“, sagte Nutzenberger. Eine Rechtssicherheit durch entsprechende Tarifverträge würde auch helfen, Altersarmut zu verhindern.