Tarifnews

    Fortsetzung beschlossen

    Bei Amazon wird weiter gestreikt

    17. Dezember 2014 – Die Streiks beim Versandhändler Amazon werden fortgesetzt. Die Beschäftigten am Standort in Graben haben beschlossen, dass sie bis einschließlich zum 24. Dezember die Arbeit niederlegen. An den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg und Werne wollen die Beschäftigten bis zum Ende der Spätschicht am kommenden Samstag streiken. In Koblenz, wo die Beschäftigten sich jetzt erstmals an den Streiks beteiligt haben, endet die Arbeitsniederlegung vorläufig heute nach der Spätschicht. Die Streiks hatten in der Nacht von Sonntag auf Montag begonnen.

    Anfang der Woche hatten in Leipzig sogar Vertreter der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc den Arbeitskampf unterstützt. Mittlerweile betreibt Amazon in dem Land drei Versandzentren. Die Streikenden in Deutschland wollen erreichen, dass Amazon Tarifverhandlungen mit ver.di aufnimmt. Amazon weigert sich bislang, einen Tarifvertrag abzuschließen. Das Unternehmen will stattdessen Löhne und Arbeitsbedingungen einseitig und willkürlich diktieren.

    Beispiel für die ganze Republik

    Allein am heutigen Mittwoch haben bundesweit über 2.600 Beschäftigte des Online-Versandhändlers gestreikt. Rund 1.000 von ihnen kamen zu einer zentralen Streikkundgebung in Koblenz. „Wir brauchen existenzsichernde, unbefristete, menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Euer Mut und eure Entschlossenheit werden Amazon an den Verhandlungstisch bringen. Ihr seid ein Beispiel für die ganze Republik“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

    Die Arbeitsministerin von Rheinland-Pfalz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD, forderte Amazon auf, die Verweigerungshaltung aufzugeben: „Gespräche zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeber schaden niemandem, aber keine Gespräche schaden allen.“ Sie bot der Geschäftsführung des Standortes Koblenz an, ein Gespräch im Ministerium zu führen, um Türen zu öffnen. Sie betonte, dass Arbeitskampf ein legitimes Mittel sei, ein unverzichtbarer Teil des Tarifsystems.