Tarifnews

    12 Stunden Tageshöchstarbeitszeit

    Tarifergebnis für Filmschaffende bringt 7,6 Prozent mehr Geld in drei Stufen

    1. Juni 2018 | Auf deutliche Tarifverbesserungen für die 25.000 Film- und Fernsehschaffenden, die für die Dauer von einzelnen Filmproduktionen angestellt werden, haben sich ver.di, der Bundesverband Schauspiel und die Produzentenallianz am 29. Mai 2018 geeinigt. Mit dem Tarifergebnis wird die Tageshöchstarbeitszeit auf 12 Stunden begrenzt. Die Tarife sollen bis Ende 2020 in drei Stufen steigen, im Durchschnitt um 7,6 Prozent – ab September 2018 um 2 Prozent, mindestens aber um 30 Euro pro Woche, weitere 2,5 Prozent ab Juli 2019 und nochmal 2,25 Prozent ab April 2020.

    „Mit der Tageshöchstarbeitszeit von 12 Stunden konnte ver.di ein seit Jahren verfolgtes Tarifziel durchsetzen, und die Gagenerhöhungen liegen erneut deutlich über dem Branchendurchschnitt, auch weil wir uns mit der überproportionalen Erhöhung von 30 Euro durchsetzen konnten.“

    Matthias von Fintel, ver.di-Verhandlungsführer

    „Mit der Tageshöchstarbeitszeit von 12 Stunden konnte ver.di ein seit Jahren verfolgtes Tarifziel durchsetzen, und die Gagenerhöhungen liegen erneut deutlich über dem Branchendurchschnitt, auch weil wir uns mit der überproportionalen Erhöhung von 30 Euro durchsetzen konnten", sagte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel. Ein weiterer Erfolg sei die Aufnahme von zehn weiteren Berufen in die Gagentabelle, die auch gleich von den vereinbarten Tarifsteigerungen profitieren. In nicht tarifgebundenen Filmproduktionen werde das Rosinenpicken erschwert. Auf die tariflichen Regelungen zur Arbeitszeit dürfe nur noch im Zusammenhang mit den geltenden Gagen und Zuschlägen Bezug genommen werden.

    Für Hochschul-Abschlussfilme oder Debutfilme verabredeten die Tarifparteien ein Regelwerk, wonach von der Budgethöhe abhängige Mindestgagen gelten sollen, die mit den künftigen Erlösen solcher Filme aufgestockt werden müssen. Der gesamte Tarifabschluss hat eine Laufzeit bis Ende 2020.

    Altersversorgung ausgeweitet

    ver.di konnte zudem vereinbaren, dass die sogenannte Limburger Lösung 2 in den Tarifvertrag aufgenommen wird. Damit ist die Zahlung der Beiträge für die Altersversorgung der Filmschaffenden in der Pensionskasse Rundfunk künftig nicht nur für Auftragsproduktionen von ARD und ZDF, sondern auch für Koproduktionen unter Beteiligungen dieser Sender verpflichtend.

    Tarifvertrag für Abschluss- und Debütfilme

    Die Regelung zu den Abschluss- und Debütfilmen sieht ein zusätzlich abzuschließender Tarifvertrag vor, der zunächst bis Ende 2020 laufen und dann evaluiert werden soll. Danach gelten ab 750.000 Euro Budget mindestens 50 Prozent der Tarifgage, ab 900.000 Euro 65 Prozent und ab 1,05 Millionen Euro 80 Prozent. Filme, deren Budget über 1,2 Millionen Euro liegt, dürfen diese Ausnahme nicht anwenden. Die Erträge aus den Debutfilmen werden an die beteiligten Filmschaffenden ausgeschüttet, um die Differenz zur Tarifgage aufzufüllen.

    „Mit diesem Tarif für Debutfilme wollen wir den unhaltbar prekären Bedingungen bei Erstlingsfilmen zu Leibe rücken und uns vor Ende der drei Jahre anschauen, ob die Regelung zu Verbesserungen geführt hat. Sollte dies nicht der Fall sein, endet dieser Tarifvertrag ersatzlos“, erläuterte von Fintel.

    Nach diesem Tarifabschluss soll bis zum Sommer 2020 eine Bearbeitung des Manteltarifvertrages in einer Arbeitsgruppe der Tarifparteien stattfinden. Die Erklärungsfrist zum Tarifergebnis läuft bis Ende Juni 2018.


    Weitere Informationen unter: filmunion.verdi.de

    Klappe – Pensionskasse, die letzte! Foto: Martin Schutt/dpa Tageshöchstarbeitszeit von 12 Stunden, mehr Geld, bessere Bedingungen für Debüt- und Abschlussfilme, das sind die Ergebnisse der Tarifeinigung