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    Asklepios-Konzern droht mit Kahlschlag bei Nordseeklinik Sylt

    Asklepios-Konzern droht mit Kahlschlag bei Nordseeklinik Sylt

    Streik bei Asklepios Foto: dpa Bildfunk Asklepios-Konzern droht mit Kahlschlag bei Nordseeklinik Sylt

    ver.di hat die Ankündigung des Asklepios-Konzerns, im Zweifel den Reha-Bereich der Nordseeklinik Sylt eher zu schließen, anstatt anständige Tariflöhne zu zahlen, als „fortgesetzte Tarifflucht in Tateinheit mit zunehmender Verantwortungslosigkeit“ kritisiert. „Ein Klinikbetreiber, der eine Einrichtung lieber schließt, anstatt in seine Fachleute und Qualität zu investieren, handelt verantwortungslos und ist zum Betrieb dieses sensiblen Geschäfts nicht geeignet“, kritisierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke. In der Nordseeklinik auf Sylt streiken die Beschäftigten im Akut- und Reha-Bereich seit mehr als drei Wochen für die Aufnahme von Verhandlungen über einen Entgelt-Tarifvertrag.

    „Die Menschen wollen sich keinem Klinikbetreiber anvertrauen, der die Sorgen und Nöte der eigenen Beschäftigten mit Füßen tritt“

    Ellen Pasche, ver.di-Bundesvorstand

    Zuvor hatte Klinikbetreiber Asklepios bereits bundesweit versucht, Streikbrecher mit Sonderprämien sowie freier Kost und Logis nach Sylt zu locken, um den Arbeitskampf der ortsansässigen Beschäftigten zu unterlaufen, die besonders unten den hohen Lebenshaltungskosten auf der prominenten Nordseeinsel leiden. In der Nordseeklinik arbeiten rund 420 Beschäftigte, von der angedrohten Schließung des Reha-Bereichs wäre etwa die Hälfte betroffen. ver.di fordert für die Nordseeklinik eine Anhebung der Gehälter auf Branchenniveau. Im Durchschnitt liegen die Löhne der Beschäftigten dieses Betriebs um 14,5 Prozent unter dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Nordseeklinik selbst arbeitet gewinnbringend.

    Paschke warnte Asklepios vor weiteren Provokationen. Vor wenigen Wochen habe bereits die Damp AG erfahren, wie empfindlich die Öffentlichkeit auf Kahlschlag-Androhungen reagiere. „Die Menschen wollen sich keinem Klinikbetreiber anvertrauen, der die Sorgen und Nöte der eigenen Beschäftigten mit Füßen tritt“, sagte Paschke. „Es ist höchste Zeit, an den Verhandlungstisch zu kommen.“ Andernfalls werde der Streik fortgesetzt.