Tarifnews

    3 Prozent für Verkäufer*innen

    Einigungen im Einzelhandel

    9. Juli 2019 | In Stuttgart-Weilimdorf einigten sich am 8. Juli die Verhandlungskommissionen von ver.di und Arbeitgebern in vierter Runde auf eine Tarifvereinbarung zu neuen Löhnen und Gehältern im baden-württembergischen Einzelhandel. Die Tarifparteien folgten dabei den Abschlussgrößen, wie sie bereits in Nordrhein-Westfalen vereinbart worden waren.

    Einzelhandel Baden-Württemberg:

    • Alle Lohn- und Gehaltsgruppen, die derzeit bis zu 2.579 Euro (G II, 6. Berufsjahr) betragen, werden ab 1. Juni 2019 um 3 Prozent erhöht.
    • Alle darüber liegenden Lohn- und Gehaltsgruppen werden ab 1. Juni 2019 um 77,50 Euro erhöht.
    • Ab 1. April 2020 erhalten alle Entgeltgruppen weitere 1,8 Prozent mehr.
    • Überproportionale Erhöhungen gibt es für die Auszubildenden: Je nach Ausbildungsjahr gibt es für die Azubis 2019 zwischen 45 Euro und 55 Euro mehr und 2020 eine weitere Erhöhung zwischen 50 Euro und 60 Euro.
    • Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten bis 31. März 2021.
    • ver.di konnte die Arbeitgeber erneut nicht dazu bewegen, sich gemeinsam für die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge einzusetzen. DDie Tarifparteien vereinbarten eine Erklärungsfrist bis zum 19. Juli.

    Einzelhandel Nordrhein-Westfalen:
    Eine Woche zuvor einigte sich ver.di in Düsseldorf mit dem Handelsverband NRW auf einen Tarifabschluss für die 487.000 sozialversicherungspflichtig und 205.000 geringfügig Beschäftigten im Einzelhandel.

    • Danach steigen die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten, die bis zur Gehaltsgruppe der Verkäuferin im letzten Berufsjahr (2.579 Euro in Vollzeit) eingruppiert sind, ab dem 1. Juli 2019 um 3 Prozent.
    • Für alle Beschäftigten in höheren Entgeltgruppen gibt es einen Festbetrag in Höhe von 77,50 Euro.
    • Ab dem 1. Mai 2020 erhalten alle Beschäftigten des Einzelhandels weitere 1,8 Prozent mehr.
    • Die Ausbildungsvergütungen werden überproportional zwischen 45 Euro und 60 Euro zum Beginn des Ausbildungsjahres 2019 und zwischen 50 Euro und 80 Euro zu Beginn des Ausbildungsjahres 2020 erhöht.
    • Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 24 Monate.

    Mitteldeutschland:

    • Die Löhne und Gehälter für die 265.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sollen in allen Gehaltsgruppen bis derzeit zu 2.542 Euro ab 1. August 2019 um 3 Prozent steigen.
    • Alle darüber liegenden Lohn- und Gehaltsgruppen bekommen ab 1. August 77 Euro mehr.
    • Ab 1. Juni 2020 erhalten alle Entgeltgruppen weitere 1,8 Prozent.
    • Für die Auszubildenden gibt es je nach Ausbildungsjahr 2019 zwischen 85 und 70 Euro mehr und 2020 eine weitere Erhöhung zwischen 60  und 50 Euro.
    • Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten bis 31. Mai 2021.

    Rheinland Pfalz:

    • Die rund 150.000 Beschäftigten im rheinland-pfälzischen Einzel- und Versandhandel bekommen rückwirkend zum 1. Juli 3 Prozent mehr Lohn und Gehalt.
    • Entgeltgruppen ab 2.579 Euro erhalten einen Pauschalbetrag von 77,50 Euro pro Monat.
    • Die Ausbildungsvergütungen werden überproportional zwischen 45 Euro und 55 Euro zum Beginn des Ausbildungsjahres 2019 erhöht und zwischen 45 Euro und 50 Euro zu Beginn des Ausbildungsjahres 2020.
    • Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 24 Monate.

    Hessen:

    • 3 Prozent Erhöhung der Gehälter und Löhne von bisher bis zu 2.579 Euro (Verkäufer*innen) rückwirkend zum 1. Juni 2019; alle höheren Gehalts- und Lohngruppen erhalten gleichmäßig 77,50 Euro.
    • Weitere 1,8 Prozent Gehalts- und Lohnerhöhung zum 1. April 2020 in allen Gehalts- und Lohngruppen.
    • Die Ausbildungsvergütungen steigen um feste Beträge je Ausbildungsjahr: zum 1. Juni 2019 um 45 bis 60 Euro und zum 1. April 2020 um 50 bis 80 Euro.
    2.000 streikende Handelsbeschäftigte lassen sich nicht ignorieren Foto: ver.di-Bayern Streikende Handelsbeschäftigte

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