Tarifnews

    Wir lieben Tarifverträge

    Hamburger Appell an Edeka

    12. Dezember 2012 | Edeka ist mit 300.000 Beschäftigten das größte Einzelhandelsunternehmen in Deutschland – doch gilt für die meisten Edeka-Beschäftigten kein Tarifvertrag. Die meisten Märkte sind privatisiert, also an selbstständige Kaufleute ausgegliedert. Dazu hat ver.di jüngst eine Broschüre vorgelegt.

    Die Arbeit in diesen privatisierten Märkten hat weitreichende Folgen für die Beschäftigten. Der Fachbereich Einzelhandel des ver.di-Landesbezirks Hamburg rechnet vor, dass eine Verkäuferin nach dem dort geltenden Tarifvertrag in der Endstufe einen Stundenlohn von 13,13 Euro bekommt. In einem Edeka-Markt eines selbstständigen Kaufmanns, in diesem Beispiel Kröger’s Feinkost, erhält sie lediglich 6,52 Euro. Zuschläge für Mehr-, Nacht- und Spätarbeit fehlen ihr ebenso wie das Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

    Kröger’s Feinkost ist keine Ausnahme. In der Edeka-Welt sind solche Verhältnisse der Regelfall, kritisiert ver.di Hamburg. Die Gewerkschaft appelliert daher an den Vorstandsvorsitzenden der Edeka AG, Markus Mosa, umgehend dafür zu sorgen, dass alle Beschäftigten der Edeka-Märkte Anspruch auf die Tarifverträge des Einzelhandels haben. In dem „Hamburger Appell“ wird Mosa gleichzeitig aufgefordert, sich für die Einleitung von Betriebsratswahlen in den privatisierten Märkten einzusetzen.

    Ein Unterlaufen der Tarifverträge betrifft alle Beschäftigten im Handel, denn Edeka erhöht seinen Gewinn auf Kosten der Beschäftigten. Da spüren auch die Mitbewerber den Druck, bei den verschlechterten Arbeitsbedingungen nachzuziehen.

    Der Hamburger Appell kann im Internet unterzeichnet werden.