Tarifnews

    Arbeitgeberangebote nicht kompromissfähig

    Geld und Wert: Warnstreiks setzen starkes Signal

    Berlin, 2. Januar 2019 | Im Tarifkonflikt zwischen ver.di und den Arbeitgebern der Geld- und Wert-Branche haben sich heute bundesweit rund 3.000 Beschäftigte an ganztägigen Warnstreiks beteiligt. „Das war ein starkes Signal an die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, so ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes. Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Branche, die die Bargeldversorgung von Banken und Geschäften sicherstellt, werden in den beiden kommenden Tagen in Berlin fortgesetzt. ver.di ruft auch für den 3. Januar erneut bundesweit Beschäftigte auf, die Arbeit niederzulegen.

    Ganztägig im Streik: Beschäftigte der Geld- und Wert-Branche wie diese von Prosegur Bodo Marks/dpa Ganztägig im Streik: Beschäftigte der Geld- und Wert-Branche wie diese von Prosegur

    „Wir haben uns in den Verhandlungen kompromissbereit gezeigt, aber solche Vorschläge sind nicht kompromissfähig.“

    Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer

    ver.di fordert für die rund 11.000 Beschäftigten der Branche eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro, beziehungsweise eine Gehaltserhöhung um 250 Euro pro Monat, sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Außerdem soll erneut eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden. Durch eine Annahme der bisherigen Angebote der Arbeitgeberseite würden sich die Verdienstunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern noch vergrößern, sagt Peukes. „Wir haben uns in den Verhandlungen kompromissbereit gezeigt, aber solche Vorschläge sind nicht kompromissfähig.“

    Körperliche und psychische Belastungen sehr hoch

    Die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer, die bewaffnet sind und einer hohen körperlichen und psychischen Belastung ausgesetzt sind, liegen im Osten bei 1.800 bis 2.400 Euro und im Westen bei 2.200 bis 2.900 Euro brutto pro Monat. Die Beschäftigten der Branche leben in der Regel in Ballungsgebieten mit hohen Mieten und Lebenshaltungskosten. Die Gewinne der Unternehmen der Geld- und Wert-Branche sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Das Geld für Lohnerhöhungen ist also allemal vorhanden.