Was ihr gegen ein schlechtes Betriebsklima tun könnt.

    Eigentlich fühlt ihr euch wohl bei der Arbeit, mit euren Arbeitskollegen versteht ihr euch sowieso. Aber vor jedem Gang ins Büro vom Chef habt ihr mindestens eine unruhige Nacht und schon am Morgen Schweißausbrüche. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen! Denn ein von Angst geprägtes Arbeitsklima macht nicht nur unglücklich, sondern auch krank. In so einem Fall können gewerkschaftliche Vertrauensleute oder ein Betriebsrat vermitteln. Ihr habt noch keine Arbeitnehmervertretung und eurem Chef gefällt sowas auch nicht? Das darf euch in dem Fall egal sein: Einen Betriebsrat zu gründen, ist euer gutes Recht. Also setzt euch gemeinsam für ein gutes Betriebsklima ein!

    Hier findet ihr alle wichtigen Infos zum Thema!

    53Mio.

    Krankheitstage

    wurden 2012 in Deutschland

    durch psychische Leiden verursacht.

    Vier von vielen guten
    Gründen mitzubestimmen:

    01

    Ihr habt das Recht mitzubestimmen

    Mitbestimmung ist im Betriebsverfassungs- und im Mitbestimmungsgesetz festgeschrieben und geregelt. Auch zur Charta der Europäischen Union gehört das Recht auf Anhörung und Mitbestimmung aller Arbeitnehmer*innen der EU. Das gilt nicht nur, falls was schiefläuft. Das gilt für jeden Vorschlag und Gedanken , mit dem ihr euch im Betrieb einbringen wollt.

    02

    Mitbestimmung bringt dir mehr Geld

    Auch Lohnfragen unterliegen der Mitbestimmung. Wo kompetente Interessenvertretungen mit den Unternehmensleitungen verhandeln, kommt für alle nachweisbar mehr raus. Und wo Löhne und Arbeitsbedingungen nicht willkürlich von oben bestimmt werden, gibts auch definitiv mehr Urlaub, planbare Arbeitszeiten und mehr Fortbildung.

    03

    Mitbestimmung schützt dich und deine Gesundheit

    Betriebs- und Personalrät*innen sorgen auch dafür, dass niemand unrechtmäßig entlassen wird, dass Überstunden begrenzt und bezahlt werden und deine Arbeit dich nicht krank macht. Und: Mitbestimmung schützt vor Ungerechtigkeit, indem Prinzipien wie „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ durchgesetzt werden. Übrigens sind Betriebsräte und Vertrauensleute auch Anlaufstellen bei Mobbing und sexueller Belästigung.

    04

    Mitbestimmung stärkt deine Firma

    Wenn Beschäftigte in Betriebs-, Personal- und Aufsichtsräten mitbestimmen, werden deren Ideen und Know-how produktiv genutzt. Und wo es demokratisch gewählte Interessenvertretungen gibt, können innerbetriebliche Konflikte schneller und konstruktiver verhandelt und oft auch ohne Streik beigelegt werden. Deshalb sind mitbestimmte Unternehmen innovativer, agiler und dauerhaft erfolgreicher als andere.

    Erfolgsgeschichten von ver.di

    Am Computer: ver.di-Betriebsgruppen setzen immer mehr auf Information und Austausch im Netz
    Foto/Grafik: dpa-Bildfunk

    “Mit unserem Wunsch nach einem Betriebsrat haben wir geltendes Recht umgesetzt.“

    Mit unserem Wunsch

    nach einem Betriebsrat haben wir

    geltendes Recht umgesetzt.

    Sprecherin,
    Opta Data, Essen

    Gemeinsam gegen schlechtes Betriebsklima

    Es war eine Zeitenwende in der fast 50-jährigen Firmengeschichte des Essener IT-Dienstleisters Opta data: 2017 wurde dort erstmals ein Betriebsrat gewählt. Zuvor waren Mitarbeiter mit der Bitte um Unterstützung auf ver.di zugekommen, weil sie unzufrieden mit der Führungskultur waren und keinerlei Mitspracherecht bei Umstrukturierungen hatten – ungewöhnlich für ein Unternehmen mit insgesamt fast 2500 Mitarbeitern an 18 Standorten, davon über 1000 in Essen. Um die Initiatoren zu schützen, führte ver.di Informationsveranstaltungen durch und lud zur Wahlversammlung ein. Der Arbeitgeber zeigte sich zwar nicht begeistert („Aus unserer Sicht ist Mitbestimmung kein Privileg eines Betriebsrats“), fügte sich aber in die Rechtslage. Im Juli 2017 wurde mithilfe von ver.di ein Betriebsrat konstituiert.

    Wie könnt ihr mitbestimmen?

    Der Betriebsrat ist die bekannteste Form der Arbeitnehmervertretung. Daneben gibt es aber noch weitere Organe und Wege der Mitbestimmung. Im öffentlichen Dienst vertritt der Personalrat die Interessen der Arbeitnehmer, in kirchlichen und karitativen Einrichtungen die Mitarbeitervertretung. Um die Belange junger Beschäftigter kümmert sich die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV). In Betrieben, in denen mindestens fünf schwerbehinderte Menschen arbeiten, ist eine Schwerbehindertenvertretung zu wählen. Und schließlich sind da die Vertrauensleute, die die Interessen der organisierten Arbeitnehmer vertreten. Auf der Unternehmensseite kann die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat von Kapitalgesellschaften vertreten sein.

    Frank Bsirske, ver.di-Vorsitzender
    Foto/Grafik: Foto: imago

    Wenn ihr etwas bewirken

    wollt, bringt euch ein!

    Wenn ihr etwas

    bewirken wollt

    bringt euch ein!

    -Frank Bsirske
    Vorsitzender ver.di

    Was kann ver.di für euch tun?

    Wenn ihr einen Betriebsrat gründen wollt, seid ihr nicht auf euch allein gesetellt. ver.di hilft euch vom ersten Schritt bist zur Durchführung der Wahl. Wir stärken euch mit Know-how den Rücken, machen euch fit für eure Aufgaben und geben dir Tipps für die betriebliche Kommunikation und bei Konflikten mit eurem Arbeitgeber.

    Rat & Tat

    ver.di qualifiziert neu gewählte Betriebsräte in Rechts- sowie Wirtschaftsfragen und stellt euch bei schwierigen Aufgaben Fachleute an die Seite.

    Recht & Schutz

    Im Konfliktfall erhalten Betriebsräte Rat und auch Rechtsschutz durch die Gewerkschaft.

    Vernetzt & Verbunden

    Die ver.di-Betriebsräte-Netzwerke sorgen dafür, dass sich gute Betriebsratsarbeit herumspricht und anderswo als Anregung dient.

    Wort & Bild

    ver.di bietet Betriebsräten Infomaterial, Hintergrundwissen und Handlungsempfehlungen für die Interessenvertretung auch in Konflikten.

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