Internationales

    60 Jahre Anwerbeabkommen

    Aus Fremden wurden Freunde

    29. Oktober 2021 - Vor 60 Jahren, am 30. Oktober 1961, wurde das Anwerbeabkommen mit der Türkei abgeschlossen. Auf zwei Seiten wurde geregelt, wie sich Arbeitskräfte aus der Türkei um eine Stelle in Deutschland bewerben können. Zuvor hatte das Auswärtige Amt schon ähnliche Abkommen unter anderem mit Italien, Spanien und Griechenland geschlossen. Das so genannte Wirtschaftswunderland Deutschland hatte einen großen Bedarf an Arbeitskräften.

    Anfangs waren in erster Linie Männer gefragt. „Deutschland bekam billige Arbeitskräfte, deren Eignung für körperlich harte Arbeit mittels einer entwürdigenden Gesundheitsprüfung in der Türkei ,aus seuchenhygienischen Gründen‘ bestätigt wurde, und die Türkei bekam Devisen, um die Auslandsschulden zurückzuzahlen“, schreibt die Heinrich-Böll-Stiftung in einem Dossier zu dem Thema. In Deutschland arbeiten, das Wirtschaftswunderland mit aufbauen, mit dem Geld die in der Heimat gebliebenen Familien zu versorgen und dann zurückzukehren, so war es gedacht.

    Livestream zum 60. Jahrestag

    Doch es kamen Menschen mit verschiedensten Hintergründen; auch Frauen wurden als billige Arbeitskräfte immer gefragter, etwa in der Textil- oder Elektroindustrie. Die so genannten Gastarbeiter holten ihre Familien nach Deutschland, viele sind bis heute geblieben. Die Einwanderung prägt die Gesellschaft hierzulande bis heute.

    Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) veranstaltet aus Anlass des 60. Jahrestags einen Livestream zum Thema „60 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei und seine Auswirkungen auf die Teilhabe von Eingewanderten in Gewerkschaften“. Er kann unter dgb.de/60jahre-anwerbeabkommen noch angesehen werden. Unter anderem berichten eingewanderte Gewerkschafter*innen der ersten Stunde von ihren Erfahrungen und über gewerkschaftliche Entwicklungen.

    Mit dabei in den Diskussionen ist auch der langjährige Vorsitzende des ver.di-Bundesmigrationsausschusses, Erdogan Kaya. Er bekommt im Rahmen der Veranstaltung die Hans-Böckler-Medaille verliehen. Sie ist die höchste Auszeichnung, die der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften für besondere Verdienste im gewerkschaftlichen Bereich vergeben. Damit wird vor allem ehrenamtliches Engagement gewürdigt.

    Warten auf den Flieger in die Heimat. Gastarbeiter*innen aus der Türkei Foto: Bertram dpa Türkische Gastarbeiter*innen warten auf ihren Heimflug

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