Internationales

    Gewerkschaftszentrale in Rom gestürmt

    Kein Fußbreit den Faschisten

    16. 10. 2021 – Für den heutigen Samstag haben die italienischen Gewerkschaften gemeinsam zu einer Großdemonstration auf der Piazza di San Giovanni in Rom aufgerufen. Damit reagieren sie auf die Erstürmung der Zentrale der italienischen Gewerkschaft CGIL am vergangenen Wochenende. Am Rande von Demonstrationen gegen die verschärften Corona-Maßnahmen in Italien waren Coronaleugner*innen und Rechtsextreme das Gebäude eingedrungen. 

    Solidarität über die Landesgrenzen hinaus

    Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke sicherte in einem Brief den Vorsitzenden mehrerer italienischer Gewerkschaften die Unterstützung ver.dis im Kampf gegen Faschismus und Rassismus zu. ver.di ende das Engagement der Organisation gegen rechts nicht an Landesgrenzen. „Euer Kampf ist auch unser Kampf", schreibt er in seinem Brief. ver.di sei solidarisch mit den italienischen Kolleg*innen: „Kein Fußbreit dem Faschismus."

    Neofaschisten hatten am 9. Oktober 2021 die CGIL-Zentrale in Rom gestürmt Mauro Scrobogna/zuma/ddp Zerstörungen in CGIL-Zentrale in Rom

    „Entsetzt und zugleich wütend" sei er, als er von den Vorgängen in der italienischen Hauptstadt am vergangenen Wochenende erfahren habe. Sie zeigten erneut, wie wichtig der Kampf gegen Rassismus, Faschismus und zerstörerische Gewalt sei. Der Vorsitzende der CGIL, Maurizio Landini, hatte von einem Akt „faschistischer Gewalt" und von einem „Angriff auf die Verfassung" gesprochen. „Niemand darf glauben, unser Land in die Faschistenzeit zurückstoßen zu können", sagte Landini weiter.  

    Auch Notaufnahme angegriffen

    Am 9. Oktober hatten Zehntausende in Rom gegen die Corona-Maßnahmen der italienischen Regierung protestiert. Im Anschluss waren Demonstrierende weiter durch die Innenstadt gezogen und hatten versucht, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Beim Eindringen in das Gewerkschaftshaus waren drei Polizisten verletzt worden. Auch hatten 30 Randerlierer*innen die Notaufnahme eines Krankenhauses angegriffen. 

    Die Bürgerinitiative, die zu den Coronaprotesten aufgerufen hat, steht nach eigenen Angaben keiner politischen Ideologie nah. Nach Medienberichten bestehen jedoch enge Verbindungen zur Forza Nuova, ein Vertreter hatte auch bei der Kundgebung am 9. Oktober gesprochen. Die Partei gilt als größte neofaschistische Organisation in Italien, sie soll enge Kontakte auch nach Deutschland zur NPD pflegen. In Italien gilt seit dem 15. Oktober die Pflicht zum „Grünen Pass" auch am Arbeitsplatz. Der Grüne Pass entspricht etwas der 3G-Regelung in Deutschland, also entweder geimpft, genesen oder getestet.

    Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke erklärt seine Solidarität zuma/picture alliance/dpa Faschisten in den Straßen Roms nach der Erstürmung der CGIL-Zentrale

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