Internationales

    Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

    Für Frieden, Demokratie und Freiheit

    Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Seit 1957 wird am 1. September an die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie an die schrecklichen Folgen von Krieg, Gewalt und Faschismus erinnert. An jedem 1. September machen auch der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften seitdem deutlich: Die deutschen Gewerkschaften stehen für Frieden, Demokratie und Freiheit.

    Auch am 1. September 2019 ist es wichtig, daran zu erinnern. Der Krieg in Syrien und die Gewalt an der Zivilbevölkerung dauert seit 8 ½ Jahren an. Ein Ende ist nicht in Sicht. 2014 sind weltweit nahezu 220.000 Menschen direkt an Kampfhandlungen gestorben, so viele wie seit 26 Jahren nicht mehr. 2015 starben in Konfliktgebieten mindestens 167.000 Menschen. Die meisten Menschen sterben seit Jahren in Syrien, Afghanistan und im Jemen. Auch der seit 2006 anhaltende Drogenkrieg in Mexiko fordert jährlich über 10.000 Menschenleben.

    1. September 2019, Berlin: Menschen nehmen an einer Gedenkfeier des Deutschen Polen-Instituts aus Anlass des 80. Jahrestages des Angriffs deutscher Truppen auf Polen vor den Ruinen des Anhalter Bahnhofs teil. Mit dem Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg Foto: Wolfgang Kumm/dpa 1. September 2019, Berlin: Menschen nehmen an einer Gedenkfeier des Deutschen Polen-Instituts aus Anlass des 80. Jahrestages des Angriffs deutscher Truppen auf Polen vor den Ruinen des Anhalter Bahnhofs teil. Mit dem Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg


    „Demokratie, Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen entschlossen verteidigt werden“, heißt es in diesem Jahr im Aufruf des DGB zum Antikriegstag – 80 Jahre nach dem Überfall Deutschlands auf Polen. Soziale Gerechtigkeit und sichere Zukunftsperspektiven für alle seien „die wirksamste Antwort auf die Spaltungs- und Ausgrenzungsparolen von Rechtsextremisten und Rechtspopulisten.“

    Für die Antikriegs- und Friedensbewegung war zuletzt 2014 ein Jahr von besonderer historischer Bedeutung: 100 Jahre zuvor hatte der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg begonnen. „Beide Jahrestage machen den diesjährigen Antikriegstag zu einem zentralen Tag der Erinnerung und des Mahnens. Auch heute gilt: Kriege kommen nicht über uns – sie werden gemacht. Gewalt geht von Menschen aus – und trifft Menschen. Sie werden getötet, verwundet und vertrieben. Ihr Leben wird bis in die Grundfesten erschüttert – während andere aus Kriegen Profite schlagen oder ihre Machtinteressen durchsetzen. Daran erinnern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften seit 1957 nicht nur am Antikriegstag: Nie wieder darf Krieg von deutschem Boden ausgehen“, schrieb der DGB seinerzeit in seinem Aufruf zum Antikriegstag. Und das ist heute genauso gültig wie vor fünf Jahren.

    Auf der hier verlinkten DGB-Seite findet sich eine Karte mit allen bundesweiten Veranstaltungen zum Antikriegstag.

    Das Unabhängige FilmFest Osnabrück zeigt in Zusammenarbeit mit ver.di, DGB, dem ver.di-Bildungswerk und OFF e.V. am Antikriegstag das bewegende dokumentarische Roadmovie „Der letzte Jolly Boy“. Der Film begleitet Leon Schwarzbaum, geboren 1921 in Hamburg, aufgewachsen in Polen, durch die Stationen seines Lebens. Als Einziger seiner Familie überlebt er Auschwitz, Buchenwald, Sachsenhausen. Als Jugendlicher spielt er mit seiner ‚Boy Group‘, den „Jolly Boys”, amerikanischen Swing. Heute ist er 98 Jahre alt und lebt in Berlin. 

    Trotz seines hohen Alters sucht er seit ein paar Jahren die Öffentlichkeit, um endlich zu reden. Davor hat er Jahrzehnte geschwiegen. Erst im Alter entwickelt er die Energie, sich zu erinnern – und vor allem: sich zu äußern. Dies tut er heute mit einer Selbstverständlichkeit und gleichzeitig strikten Höflichkeit, die beeindruckt. 

    Auf seiner Suche nach Identität und Gerechtigkeit begleiten die Filmemacher Leon Schwarzbaum zum Landgericht Detmold, wo er im Prozess gegen den SS-Mann Reinhold Hanning zum Nebenkläger wird und als einer der Hauptzeugen auftritt. Sie besuchen seine polnische Heimat Bedzin, und fahren gemeinsam nach Auschwitz. Im Gefängnis von Zeithain spricht Leon Schwarzbaum mit Insassen und in der Talk-Sendung „Markus Lanz“ über seine Erfahrungen. Die Filmkamera ist überall dabei. 

    Leon Schwarzbaum zeigt in ‚seiner‘ alten Baracke in Auschwitz-Birkenau, wo er lag: auf der linken Seite, in der Mitte, ganz oben Foto: Viet-Film Leon Schwarzbaum zeigt in ‚seiner‘ alten Baracke in Auschwitz-Birkenau, wo er lag: auf der linken Seite, in der Mitte, ganz oben


    Entstanden ist so eine filmische Reise durch deutsche Wirklichkeit im Gestern und Heute, auf den Spuren der Lebensgeschichte eines der letzten Überlebenden des Holocaust – eines außergewöhnlichen Protagonisten.

    Voraussichtlich werden der 98-jährige Protagonist Leon Schwarzbaum und der Regisseur Hans-Erich Viet zur Aufführung anreisen. Die findet statt am Sonntag, 1.9.2019 um 11 Uhr, Eintritt: 8,50 €/7,50 € (Studierende)/7,- € für Schüler*innen, im Cinema Arthouse, Erich-Maria-Remarque-Ring 16, 49074 Osnabrück, Telefon: 0541 600650.

    Der noch amtierende ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske wird am Antikriegstag 2019 in Hannover sprechen. Die Veranstaltung dort beginnt um 11.15 Uhr mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal Aegidienkirche und setzt sich fort um 11.30 Uhr auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer. Um 12.30 Uhr beginnt dort die Gedenkstunde zum Antikriegstag, Begrüßung: Thomas Hermann (1. Bürgermeister Hannover), Grußwort: Werner Preissner (Vorsitzender DGB-Kreisverband Region Hannover), Rede: Frank Bsirske (Vorsitzender ver.di) zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs, musikalische Begleitung: Nike Ahrens.

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