Internationales

    Welttag gegen Kinderarbeit

    Das düstere Leben der Kinderarbeiter

    Berlin, 12. Juni 2017 | Am heutigen Welttag gegen Kinderarbeit blickt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) besonders auf die Notlage der Kinder, die in Konfliktgebieten leben und unter Katastrophen leiden. Gerade sie seien einem hohen Risiko für Kinderarbeit ausgesetzt. Durch Katastrophen und Konflikte würden Existenzgrundlagen vernichtet, das Zuhause von Kindern und Schulen zerstört und Familien und soziale Sicherungssysteme zusammenbrechen. Die Folge: Das Risiko für Kinderarbeit und Menschenhandel steige. Geflüchtete Kinder und Migranten – vor allem wenn sie auf der Flucht von ihren Familien getrennt werden – seien extrem gefährdet, sagt der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder.

    A Bangladeshi child worker poses during a break as he makes aluminium bowls at a small factory in Dhaka, Bangladesh, 25 August 2014. The workers get 2/3 euro per day while they work in unsafe conditions. Foto: Abir Abdullah/dpa Eins von 168 Millionen Kindern: Dieser Junge arbeitet in einer Aluminium-Fabrik in Bangladesch

    „Wir können uns von dieser düsteren Realität nicht abwenden. Alle Kinder haben das Recht, vor Kinderarbeit geschützt zu werden.“

    Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)

    Gefährdet seien aber auch Kinder, die zurückbleiben und im Kampf um ihr Überleben in Minen arbeiten, nach Metallen und Mineralien im Schutt in vom Krieg zerrütteten Gebieten suchen oder auf der Straße leben. Einige von ihnen würden als Kämpfer für die Kriege der Erwachsenen enden, als Spione, Helfer oder Gepäckträger missbraucht. Viele Kinder werden Opfer von Missbrauch und sexueller Ausbeutung. „Wir können uns von dieser düsteren Realität nicht abwenden. Alle Kinder haben das Recht, vor Kinderarbeit geschützt zu werden“, so Guy Ryder.

    Dennoch gibt es weltweit noch immer 168 Millionen Kinderarbeiter, 85 Millionen von ihnen verrichten gefährliche Arbeit. Das Ziel der Vereinten Nationen (UNO) in der „Entwicklungsagenda 2030“ verpflichtet die Staatengemeinschaft, alle Formen der Kinderarbeit bis 2025 zu beseitigen. Das bedeute, kein Kind zurückzulassen – unabhängig davon wie schwierig und herausfordernd die Umstände auch sein mögen, sagt Ryder. Angesichts der größten, anhaltenden Flüchtlingskrise sei die gemeinsame Verantwortung und Solidarität zum Schutz der Kinder der Welt unabdingbar. Kinder bräuchten Bildung und Hoffnung, die Chance auf eine bessere Zukunft.

    Die Menschenrechte von Kindern schützen

    Derzeit haben 169 von 180 ILO-Mitgliedsstaaten die ILO-Übereinkommen zum Mindestalter zur Erwerbsarbeit von 1973 und zur Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit von 1999 ratifiziert.  In Indien, wo Kinderarbeit immer noch weit verbreitet ist, steht die Ratifizierung beider ILO-Übereinkommen an. „Gemeinsam mit der nahezu universalen Ratifikation des Kinderrechtsübereinkommens der UNO bilden diese Normen unüberhörbare Appelle für unsere gemeinsamen Verpflichtungen und Standards die Menschenrechte von Kindern zu schützen“, betont Guy Ryder.

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