Internationales

    3. Aktionstag in Frankreich

    Den öffentlichen Dienst lahmgelegt

    Mehr als 130 Demonstrationen und Versammlungen im ganzen Land – zum dritten Mal seit Oktober 2017 hat am 22. Mai 2018 in Frankreich ein gewerkschaftlicher Aktionstag für den öffentlichen Dienst stattgefunden. In Marseille wurden sämtliche Schulkantinen bestreikt, in Toulouse blieb die Hälfte aller Schulen geschlossen, in Paris gingen 30.000 Menschen bei der zentralen Demonstration mit. Aufgerufen waren zum ersten Mal alle über fünf Millionen Beschäftigten der insgesamt neun im öffentlichen Dienst vertretenen Gewerkschaftsdachverbände mit ihren dort vertretenen Einzelgewerkschaften. Hunderttausende kamen. Beschäftigte der Energiebranche waren ebenso beteiligt wie Eisenbahner/innen, denen die Privatisierung droht, und Sozialarbeiter/innen. Aber es befanden sich auch viele Beschäftigte aus dem Einzelhandel, die die Schließung von 240 Carrefour-Filialen der größten französischen Supermarktkette befürchten, unter den Demonstrierenden.

    In Paris gingen 30.000 Menschen bei der zentralen Demonstration mit Foto: Pablo Sanchez In Paris gingen 30.000 Menschen bei der zentralen Demonstration mit

    Die französischen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes wollen die Lohneinbußen von inzwischen rund acht Prozent, den geplanten Abbau von 120.000 Arbeitsplätzen, die Besetzung neuer Stellen mit zunehmend befristeten und prekären Arbeitsverträgen und die Einführung eines Karenztages bei Krankheit nicht länger hinnehmen. Ziel der französischen Regierung für die zum Teil bereits durchgeführten und noch geplanten Maßnahmen ist die drastische Senkung öffentlicher Ausgaben zur Einhaltung der EU-Verschuldungskriterien. Die Privatisierung zahlreicher Dienstleistungen und Einrichtungen ist daher auch Teil des Maßnahmenkatalogs. In Kürze wird ein Regierungsbericht zur Zukunft des öffentlichen Dienstes erwartet.

    Vorbild ver.di

    Die französischen Gewerkschaften wiesen in Aufrufen und während der Verhandlungen mit der Regierung auch auf die zuletzt in Deutschland gelaufenen Tarifverhandlungen zwischen ver.di und Bund und kommunalen Arbeitgebern hin. Die Entgeltsteigerungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes vor allem für Auszubildende und neu Eingestellte wurden hervorgehoben.

    Den zentralen Demonstrationszug in Paris führten die Generalsekretäre der großen Gewerkschaftsdachverbände an, was seit zehn Jahren nicht mehr der Fall war. ver.di war mit einer Delegation auf Einladung der französischen Gewerkschaften an der zentralen Demonstration beteiligt. Ebenfalls präsent war der Europäische Gewerkschaftsverband des öffentlichen Dienstes, EGÖD.

    Text: Armin Duttine

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