Gleichstellung

    Es reicht! Lohngleichheit jetzt!

    Frauen aller Länder vereinigt euch!

    An jedem 8. März, am Equal Pay Day und an jedem anderen Tag kämpfen Frauen um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Doch sie sind noch immer im Nachteil, wenn es um gleichen Lohn, gleiche Arbeitsbedingungen und beruflichen Aufstieg geht – weltweit, auch in Deutschland. Der Kampf der Frauen für Gleichberechtigung hat vor über einem Jahrhundert begonnen und er ist bei der Frage der Lohngerechtigkeit noch längst nicht zu Ende.

    Ist Gleichberechtigung noch ein Thema in Deiner Generation?

     

    An bestimmten Gedenktagen wird an den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung erinnert, beispielsweise am Internationalen Frauentag, der jedes Jahr am 8. März stattfindet. Doch eigentlich sollte man sich immer daran erinnern, dass alle Rechte erst erstritten werden mussten. Die zentralen Forderungen am ersten Frauentag 1911 in Deutschland waren das Wahl- und Stimmrecht, die Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages, ausreichender Mutter- und Kinderschutz, die Festsetzung von Mindestlöhnen und gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung. Der erste Frauentag geht auf Frauendemonstrationen in den USA seit 1858 zurück. Die Amerikanerinnen begingen bereits am 20. Februar 1909 einen nationalen Frauentag. 1911 folgte dann Deutschland, 1912 schlossen sich die Frauen in Frankreich, den Niederlanden und Schweden an, 1913 auch die russischen Frauen.

    Zum Internationalen Frauentag 2017 fordert ver.di „Gute Arbeit 4.0“ für Frauen und macht darauf aufmerksam, dass Frauen die Chance bekommen sollten, den digitalen Wandel für sich zu nutzen: durch gute berufliche Perspektiven, durch mehr und bessere Weiterbildungsangebote und durch eine bessere, partnerschaftliche Verteilung von Erwerbsarbeit und nicht weiterer Vermischung von Privatem und Berufsleben. Vor allem auch die frauentypischen Dienstleistungsberufe sind von Digitalisierung betroffen.

    Am sogenannten Equal Pay Day, der dieses Jahr am 18. März stattfindet, geht es ebenfalls um eine wichtige Gerechtigkeitsfrage für Frauen, und zwar um Lohngleichheit. Dieser von Aktionen begleitete Tag variiert jedes Jahr, denn er zeigt durch sein Datum die Lohnlücke auf, bis wann Frauen umsonst arbeiten, wenn sie dasselbe Entgelt wie Männer bekämen, die diesen Lohn schon am 31. Dezember des Vorjahres auf ihrem Konto erreicht hatten. Verdient hätten die Frauen es auch, doch sie erhalten weniger Lohn. Oder anders ausgedrückt, sie arbeiten im laufenden Jahr 77 Tage umsonst bis zum 18. März 2017. So viel weniger Lohn bekommen sie. Diese aktuellen Zahlen sind ernüchternd und appellieren an den Kampfgeist der Frauen, daran etwas zu ändern. Doch leider sind in den letzten zehn Jahren die Frauen beim Entgeltunterschied kaum vorangekommen, von 23 Prozent Abstand im Jahr 2006 auf noch immer aktuell 21 Prozent in 2017. Das ist kein großer Fortschritt.

    Die Public Services International (PSI), der weltweite Gewerkschaftszusammenschluss von 669 Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit über 20 Millionen Mitgliedern, erinnert deshalb auch am diesjährigen Internationalen Frauentag an den Streik der Textilarbeiterinnen von 1908 in New York, als 146 Arbeiterinnen wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in ihrer Fabrik verbrannt waren. Weil die Gleichstellung der Frauen in der Arbeitswelt noch immer nicht erreicht ist, erklären sich die PSI-Mitglieder mit Millionen von Frauen solidarisch, die in Basisbewegungen und Gewerkschaften auf der ganzen Welt organisiert sind. „Es reicht! Nein zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie! Wir verlangen die autonome Kontrolle über unsere eigenen Körper! Lohngleichheit jetzt! Rechte ohne Grenzen! Schluss mit der geschlechtsspezifischen Gewalt am Arbeitsplatz und hochwertige öffentliche Dienste für alle!“, lautet die Botschaft und das Ziel.

    Text: Marion Lühring

    Internationaler Frauentag in der Türkei – Frauen lassen sich das Demonstrieren nicht verbieten Foto: dpa Bildfunk Internationaler Frauentag in der Türkei – Frauen lassen sich das Demonstrieren nicht verbieten