Gesundheit

    Aus für jahrelangen Erfolgsgarant – geht’s noch?

    Seesener Appell

    Asklepios-Klinik darf nicht schließen

    Berlin, 11. Dezember 2020 – Seit über einem Jahr kämpfen die in ver.di organisierten Beschäftigten der privatwirtschaftlichen Asklepios-Klinik im niedersächsischen Seesen für die Zukunft ihrer Klinik und eine angemessene Bezahlung. Doch der Asklepios-Konzern weigert sich, die Arbeitsbedingungen und die Patientenversorgung zu verbessern. Stattdessen setzt er auf Einschüchterung, Ausgliederungen und Kündigungen. Jetzt soll sogar die Reha-Klinik Ende Dezember 2020 geschlossen werden.

    Bis zu 140 Beschäftigte stehen vor einer ungewissen Zukunft. Nicht weil ihre Arbeit nicht gebraucht wird, sondern weil die extrem hohen Renditevorgaben von Asklepios nicht erreicht werden. Auch die Arbeitsplätze der Therapeut*innen sind bedroht.

    Krankenpflegehelferin Sandra Grundmann ist nur eine von vielen, die sich Gehör verschaffen will Foto: CJB-Foto Krankenpflegehelferin Sandra Grundmann ist nur eine von vielen, die sich Gehör verschaffen will


    Die Entscheidung, die Rehaklinik zu schließen, bedeutet das Aus für ein Konzept, das jahrelang Erfolgsgarant der Asklepios-Klinik war, weil Reha, Akuthaus und Therapiebereich Hand in Hand gearbeitet haben. Für Asklepios aber steht nicht eine gute Gesundheitsversorgung, sondern der höchstmögliche Gewinn im Vordergrund.

    Die Praktiken des Klinikkonzerns Asklepios dürfen keine Schule machen, schon gar nicht in der Gesundheitsversorgung. Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen haben Respekt und Anerkennung verdient, vor allem benötigen sie gute Arbeitsbedingungen. Der kommerzielle Klinikkonzern Asklepios aber betreibt rücksichtslose Gewinnmaximierung. Damit darf er nicht durchkommen.

    In einem „Seesener Appell“ richten sich deshalb ver.di und die ver.di-Delegierte der Asklepios-Klinik in Seesen an die politisch Verantwortlichen im Bund und in den Ländern, den Machenschaften von Asklepios konsequent Einhalt zu gebieten und dafür zu sorgen, dass im Gesundheitswesen der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht der Profit. Solidarische Erstunterzeichner*innen sind der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke und Sylvia Bühler, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes und Bundesfachbereichsleiterin Gesundheit, sowie zahlreiche Betriebsräte, Politiker*innen und der Journalist Günter Wallraff.

    Das sind die Forderungen

    • Flächendeckende Tarifbindung. Wer sich nicht an demokratische Spielregeln hält, darf nicht von Steuergeldern und Sozialbeiträgen profitieren.
    • Genug qualifiziertes Personal für eine gute Versorgung.
    • Ein Krankenhaus – eine Belegschaft. Schluss mit der Ausgliederung von Tätigkeiten in Tochtergesellschaften oder an externe Firmen, um Löhne zu drücken.
    • Eine flächendeckende gute Versorgung – Gesundheitsversorgung muss sich nicht „rentieren“, genauso wenig wie Schulen oder die Feuerwehr. Menschen müssen sich überall auf eine gute, zeitnah erreichbare Gesundheitsversorgung verlassen können.
    • Für ein gemeinwohlorientiertes Gesundheitswesen. Schluss mit Profitmaximierung auf Kosten von Beschäftigten und Patient*innen. Die Steuerung der Gesundheitsversorgung gehört in die öffentliche Hand.

    Und hier kannst Du den Seesener Appell online unterschreiben

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