Gesundheit

    Mach mit! Beschäftigtenbefragung im Rettungsdienst

    Wo brennt‘s im Rettungsdienst?

    11.02.2022 – Anlässlich des „Europäischen Tags des Notrufs“ weist ver.di auf die zunehmende Belastung von Beschäftigten im Rettungsdienst hin und warnt vor drohenden Versorgungsengpässen. „Wer die 112 wählt, erwartet schnelle und kompetente Hilfe. Um diese flächendeckend und auf Dauer sicherzustellen, braucht es in den Rettungswachen genug qualifiziertes Personal“, so Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheitswesen zuständig ist. „Die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst müssen dringend verbessert werden, damit in Zukunft noch genug Menschen für diesen so wichtigen Beruf gewonnen und gehalten werden können.“

    Die Belastung der Rettungskräfte hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gründe: mehr Einsätze und längere Fahrten – letzteres eine Folge der Überlastung und Schließung von Notaufnahmen in Kliniken. Die Pandemie hat diese Entwicklung verschärft, weil sie zusätzliche Hygienemaßnahmen erfordert und die psychische Belastung weiter erhöht. „Im Rettungsdienst fährt die Unsicherheit immer mit“, so Bühler. Die Kolleginnen und Kollegen seien stets als erste vor Ort und wüssten oft nicht, was auf sie zukommt – ob sie es zum Beispiel mit infizierten Personen zu tun haben. „Das ist enorm belastend.“

    „Wir wollen von den Kolleginnen und Kollegen aus erster Hand erfahren, was ihnen unter den Nägeln brennt.“

    Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstand

    Beschäftigtenbefragung

    Es braucht dringend Entlastung für die Beschäftigten im Rettungsdienst. „Zentrale Forderungen der Beschäftigten sind die Verringerung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit, verlässliche Dienstpläne und eine bessere Personalausstattung“, sagt Bühler. Landkreise und kreisfreie Städte müssen die Auftragsvergabe an gute, tariflich abgesicherte Arbeitsbedingungen knüpfen, fordert die Gewerkschafterin. „Wöchentliche Höchstarbeitszeiten von aktuell bis zu 48 Stunden passen nicht mehr in die Zeit.“

    Um noch genauer zu wissen, was die Kolleg*innen brauchen, hat ver.di mit einer Beschäftigtenbefragung zu den Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst begonnen. Wie erleben die Beschäftigten im Rettungsdienst ihren Arbeitsalltag und was belastet sie? „Wir wollen von den Kolleginnen und Kollegen aus erster Hand erfahren, was ihnen unter den Nägeln brennt“, so Bühler. 

    Mit der Befragung bekommt ver.di Ansatzpunkte für gute tarifliche Regelungen zur Entlastung, Argumente gegenüber der Politik für bessere gesetzliche Vorgaben im Feld Arbeits- und Gesundheitsschutz und eine Grundlage, um sich gemeinsam im Betrieb für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Die Befragung läuft bis Ende März.

    Weitere Infos und Link zur Beschäftigtenbefragung: rettungsdienst.verdi.de

    Rettungsdienst ver.di Die Kollegen und Kolleg*innen aus dem Rettungsdienst zeigen Gesicht und fordern eine Reduzierung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit

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