Gesundheit

    Mehr Personal, mehr Geld

    Altenpflegekräfte rufen nach Hilfe

    Berlin, 20. November 2019 – ver.di hat für den heutigen Tag bundesweit Beschäftigte in der Altenpflege zu einem Aktionstag aufgerufen. Der Aktionstag findet aus gutem Grund am 20. November, dem Buß- und Bettag, statt. Dieser wurde Mitte der 1990er als Feiertag in allen Bundesländern außer Sachsen abgeschafft, um den Arbeitgeberanteil zur neu geschaffenen Pflegeversicherung auszugleichen. Diesen Tag nehmen die Pflegekräfte nun zum Anlass, um ihren Forderungen nach besseren Bedingungen für ihren Beruf Nachdruck zu verleihen. Unter den Beschäftigten werden auch zahlreiche Auszubildende sein, die Mangels Personal in der Altenpflege oft vom ersten Tag an wie eine ausgebildete Fachkraft arbeiten müssen.

    Keiner hat mir gesagt, dass der Job krank macht

     

    „Altenpflege ist ein wunderbarer Beruf. Damit er attraktiver wird, braucht es gute Arbeitsbedingungen, vor allem mehr Personal und eine anständige Bezahlung“, sagt Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Derzeit verhandle ver.di mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) über einen Tarifvertrag Altenpflege, den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, SPD, auf die gesamte Altenpflege erstrecken will. Ziel sei es, diesen Tarifvertrag noch in diesem Jahr abzuschließen. Die tariflichen Regelungen über Mindestbeschäftigungsbedingungen in der Altenpflege müssten dann auch Arbeitgeber einhalten, die bislang sehr niedrige Löhne zahlten und schlechte Arbeitsbedingungen böten. Es gehe auch darum, die besseren Tarifverträge, die weiter bestehen bleiben, von unten abzustützen.

    Zudem erwarten die Beschäftigten von den Gesundheitspolitikerinnen und -politikern im Bund und den Ländern, dass endlich ein einheitliches verbindliches System zur Personalausstattung auf den Weg gebracht wird, das sich am Pflegebedarf orientiert. „Der bislang unter Verschluss gehaltene Zwischenbericht über das Instrument zur bedarfsorientierten Personalbemessung, das zu entwickeln der Gesetzgeber in Auftrag gegeben hat, muss endlich veröffentlich werden“, fordert Bühler. „Nach allem, was man hört, bestätigt der Bericht, dass in den Pflegeeinrichtungen über 30 Prozent Personal mehr
    eingesetzt werden muss, um eine gute Pflege zu gewährleisten.“

    Pflegerisiko solidarisch absichern

    Damit Pflegebedürftigkeit nicht arm mache, müsse endlich das Dilemma aufgelöst werden, „dass bei jeder Tariferhöhung der Beschäftigten und der dringend erforderlichen Verbesserung der Personalausstattung der Eigenanteil steigt, den Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen für pflegebedingte Leistung zahlen müssen“, so Bühler weiter. Der Bundesgesundheitsminister sei gefordert, als Sofortmaßnahme die Begrenzung des Eigenanteils auf den Weg zu bringen. „Das Pflegerisiko muss solidarisch abgesichert werden; dafür brauchen wir einen Systemwechsel in der Pflegeversicherung hin zu einer Pflegebürgervollversicherung.“

    ver.di fordert eine Aufwertung der Pflege, mehr Geld und mehr Personal Renate Koßmann Nicht genügend Pflegepersonal

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