Tarifrunde ÖD 2018

    Fragen und Antworten zum Tarifergebnis Kommunale Versorgung

    Fragen und Antworten zum Tarifergebnis Kommunale Versorgung

    Das Tarifergebnis für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen bringt deutliche Einkommenserhöhungen für alle und zusätzlich verbesserte Manteltarifregelungen in den kommunalen Versorgungsbetrieben.

    • Wie steigen die Entgelte im Tarifvertrag Versorgungsbetriebe?

      • um 3,19 % ab 1. März 2018 rückwirkend,
      • um 3,09 % ab 1. April 2019
      • und um 1,06 % ab 1.März 2020.

      Die Gesamtlaufzeit des Entgelttarifvertrags beträgt 30 Monate, sodass er frühestens zum 31. August 2020 gekündigt werden kann.

    • Worauf wirkt sich die Erhöhung noch aus?

      Die Entgelterhöhung erfolgt – anders als bei den Kommunen – prozentual gleichmäßig über die gesamte Tabelle, aber im selben Volumen.
      Diese Erhöhung wirkt sich auch aus auf:

      • die Zeitzuschläge
      • die Wechselschicht- und Schichtzulagen,
      • die dynamisierten Erschwerniszuschläge,
      • die tarifliche Sonderzahlung
      • und auf die Höhe der Zusatzversorgung.
    • Gibt es auch Verbesserungen im Manteltarifvertrag?

      • Die Arbeitnehmerhaftung wird eingeschränkt auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Niemand muss sich mehr fürchten, wegen leichter oder mittlerer Fahrlässigkeit in Regress genommen zu werden.
      • Freistellungsmöglichkeiten für gewerkschaftliche Tätigkeit in Landesbezirksfachgruppenvorständen und im Bundesfachausschuss kommunale Versorger konnten wir zusätzlich vereinbaren. So wird die wertvolle branchenpolitische Arbeit, die den Unternehmen nützt, von diesen auch unterstützt.
      • Die Zeitzuschläge für Sonderformen der Arbeit (Überstunden, Nachtarbeit, Samstags-, Sonn- und Feiertagsarbeit) werden rückwirkend ab 1. März 2018 aus der Stufe 2 der individuellen Entgeltgruppe berechnet. Das gilt dauerhaft und für alle Entgeltgruppen.
      • Für diese Verbesserung (bisher Stufe 1) entfällt die für den TVöD vereinbarte Einmalzahlung von 250 Euro, die dort in den Entgeltgruppen 1–6 gezahlt wird.
      • Bestandteil des Tarifergebnisses ist auch eine erneuerte Zusage, über einen Demografie-Tarifvertrag zu verhandeln.
        Die Möglichkeit für ältere Beschäftigte, flexible Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen (TV FlexAZ), wird bis zum 31. August 2020 verlängert.
    • Was bekommen die Auszubildenden?

      Die Entgelte für Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten werden

      • zum 1. März 2018 um 50 Euro
      • und zum 1. März 2019 um weitere 50 Euro erhöht.
      • Die bisherige Übernahmeregelung für Auszubildende wird bis zum 31. Oktober 2020 wieder in Kraft gesetzt.
    • Gibt es Regelungen bei Leistungsminderung?

      Nach Abschluss der Tarifrunde 2018 werden auf Spitzenebene Tarifverhandlungen zu den Regelungen bei Leistungsminderung aufgenommen.

    • Wie geht es weiter?

      Die Bundestarifkommission des öffentlichen Dienstes hat nach ausführlicher Beratung beschlossen, die Annahme des Verhandlungsergebnisses durch eine Mitgliederbefragung zu empfohlen. Somit werden die ver.di-Mitglieder in den nächsten Wochen die Gelegenheit haben, das Tarifergebnis, das nur durch massive Warnstreiks erzielt werden konnte, zu beurteilen und darüber abzustimmen. ver.di führt damit eine gute demokratische Tradition fort.