Amazon

    400 oder 1.000 Euro Weihnachtsgeld macht einen Unterschied

    Amazon: ver.di zieht Streik in Leipzig bis Heiligabend durch

    Leipzig, 20. Dezember 2019 – Auf der Streikversammlung der streikenden Amazon-Beschäftigten in Leipzig wurde am heutigen 20. Dezember die Fortsetzung des Streiks bis Heiligabend beschlossen. „Seit Montag dieser Woche sind täglich deutlich über 400 Amazon-Beschäftigte in Leipzig im Streik. Gerade in der Adventszeit wollen wir damit zeigen, dass die Beschäftigten keine Geschenke erwarten, sondern faire Arbeitsbedingungen und tarifliche Bezahlung fordern“, so Streikleiter Thomas Schneider. „Auch Anwesenheitsprämien halten die Beschäftigten nicht vom Streiken ab. Es geht um Respekt und Anerkennung. Die selbstbewusste Mannschaft in Leipzig weiß um ihre Leistung und die soll auch entsprechend branchenüblich bezahlt werden“, so der ver.di-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago.

    Wenn nun verkündet werde, dass Amazon vielleicht Mitglied im Arbeitgeberverband des Einzelhandels (HDE) werden wolle, bestätigte das nur die ver.di-Position, dass es sich bei Amazon um einen der größten Einzel- und Versandhändler handelt. Es sei ein Skandal, dass Amazon seine Macht missbraucht und immer noch die Aufnahme von Tarifverhandlungen verweigere. „Die Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels sollten allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit könne der Wettbewerb nicht mehr auf dem Rücken und zu Lasten der Beschäftigten ausgetragen werden“, sagt der Gewerkschafter Lauenroth-Mago.

    „Wir werden nicht nur dieses Jahr vor Weihnachten vor der Tür stehen, sondern den Druck auch im nächsten Jahr fortsetzen.“

    Jörg Lauenroth-Mago, ver.di-Fachbereichsleiter

    „In der Weihnachtszeit fehlt das Geld besonders. 400 Euro statt der üblichen rund 1.000 Euro tarifliches Weihnachtsgeld macht einfach den Unterschied. Hinzu kommt noch, dass ein Urlaubsgeld überhaupt nicht gezahlt wird“, sagt Thomas Schneider. Und sein ver.di-Kollege kündigt an: „Wir werden nicht nur dieses Jahr vor Weihnachten vor der Tür stehen, sondern den Druck auch im nächsten Jahr fortsetzen. Ruhe tritt erst ein, wenn die Arbeitsbedingungen bei Amazon tariflich auf dem Branchenniveau des Einzel- und Versandhandels geregelt sind.“

    Und was noch zu sagen ist