Geld & Tarif

    Starke Unterstützung durch bundesweite Warnstreiks

    Tarifergebnis bei der AOK

    9. März 2020 - In der Tarifrunde für die Beschäftigten der AOK griffen die Tarifparteien am 26. Februar zu einem ungewöhnlichen Mittel: Sie hielten die Verhandlungsuhr an. Zuvor hatten sich Tausende Beschäftigte bundesweit an Streiks beteiligt und eindrucksvoll bewiesen, wie groß ihre Bereitschaft ist, für ein gutes Ergebnis zu kämpfen. So kamen sie Anfang März doch noch zu einem Gesamtpaket zur Vergütungsrunde. Es wurde in einem Eckpunktepapier festgehalten. Jetzt können ab dem 16. März die ver.di-Mitglieder unter den AOK-Beschäftigten über Annahme oder Ablehnung einscheiden. Nach den Eckpunkten sollen die Vergütungen und Sozialzuschläge für Tarifbeschäftigte und Auszubildende rückwirkend zum 1. Januar um 3,0 Prozent erhöht. Am 1. April 2021 soll eine Erhöhung um weitere 2,4 Prozent folgen. 

    Höheres Urlaubsgeld

    Für 2020 sollen Tarifbeschäftigte und Auszubildende eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro erhalten, für 2021 einmalig weitere 150 Euro. Auch das Urlaubsgeld soll ab 2021 steigen. Azubis und Beschäftigte in den Vergütungsgruppen 1 bis 6 bekämmen dann 460 Euro. Wer in den Vergütungsgruppen 7 bis 16 arbeitet, hätte zukünftig Anspruch auf 320 Euro. Mit dem Ergebnis würde sich die Bezahlung weiter dem Vergütungsniveau bei den gesetzlichen Krankenkassen annähern

    Durchsetzen konnten die Beschäftigten auch, dass die Sozialzuschläge gesichert und dynaminisiert werden. Der Gesundheitszuschuss würde auf 150 Euro erhöh und dann auch für die Mitgliedschaft in einem Betriebssportverein oder den Kauf eines Fahrrads gezahlt. Außerdem wurde die tarifliche Grundlage für Arbeitgeberzuschüsse zu Jobticket und Jobrad geschaffen. 

    Jugend profitiert besonders

    Auszubildende profitieren besonders von dem Ergebnis. Für sie soll das Urlaubgeld um 80 Prozent steigen. Außerdem würde die Übernahmeregelung verlängert. Alle Fahrtkosten zu auswärtigen Ausbildungsstellen werden künftig erstattet und auch Dual Studierende haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Allerdings haben sich die Arbeitgeber in den Verhandlungen nach wie vor geweigert, das unterschiedliche Vergütungsniveau in den verschiedenen Ausbildungsgängen anzugleichen. 

    Verhandlungen zu „Neuen Arbeitswelten"

    Eine Weiterentwicklung der Vergütungstabelle für alle Beschäftigten wurde mit dem Arbeitgeber vereinbart. Dabei soll auch über die Frage, wie Ausbildungszeiten angerechnet werden, verhandelt werden. Abgelehnt hat der Arbeitgeber sowohl eine Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder als auch jegliche Form der Umwandlung von Geld in Zeit. Der letztgenannte Punkt soll aber im Rahmen der Verhandlungen zu „Neuen Arbeitswelten" Thema sein. Dabei geht es in den kommenden Monaten unter anderem um Beschäftigungs- und Einkommenssicherung, Qualifizierung sowie mobiles Arbeiten und Zeitwertkonten.

    Es ist eine Erklärungsfrist bis 15. April 2020 vereinbart.

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