Geld & Tarif

    Beratung und Auskunft bei Fragen zur Lohnsteuer

    Gefragter Service

    Die Geschichte des ver.di-Lohnsteuerservices begann vor 50 Jahren auf einer Veranstaltung der Bildungsstätte im hessischen Gladenbach. Hier traf Albert Stegmüller, damaliger Leiter der Abteilung Schulung und Bildung der ver.di-Vorläuferorganisation Deutsche Postgewerkschaft (DPG), auf eine Kollegin. Die Mutter von drei Kindern schilderte ihm, dass sie mit ihrer Steuererklärung nicht klar komme und ohnehin wenig Geld zum Leben habe.

    Auf Stegmüllers Initiative hin beschloss der Hauptvorstand der DPG im März 1968 die „Aktion Lohnsteuer“. Der spätere Leiter der Aktion Lohnsteuer, Conrad Christ, baute daraufhin in den Folgejahren bundesweit ein flächendeckendes Beratungsnetz auf. Möglich wurde das durch den Einsatz ehrenamtlicher Kollegen. Einer von ihnen war Heinz Fröhlke. Er arbeitete als Postbeamter im mittleren Dienst in Ostwestfalen, war dort Vorsitzender eines Ortsvereins. Als solcher erreichte ihn der Aufruf, dass jeder Ortsverein einen Lohnsteuerberater stellen solle. „Ich habe niemanden gefunden, also habe ich mich selbst gemeldet“, sagt der heute 84jährige augenzwinkernd.

    Schulung mit Tafel und Kreide

    Nachdem die Freiwilligen dann in Schulungen für die Beratung fit gemacht worden waren – „mit Tafel und Kreide“ erinnert sich Fröhlke – begannen die Sprechzeiten. Schnell sprach sich der Service herum, immer mehr Kolleg/innen meldeten an, um die Hilfe ihrer Gewerkschaft bei der Steuererklärung in Anspruch zu nehmen. Bei ver.di-Gründung wurde dieser Service für die gesamte neu entstehende Organisation übernommen. Heute beraten 1500 bis 1600 Kolleg/innen ehrenamtlich ver.di-Mitglieder aus allen Fachbereichen in Sachen Steuererklärung, der Frauenanteil bei den Beratenden liegt mittlerweile bei 25 Prozent.

    Auch Heinz Fröhlke berät noch von Februar bis Ende Juli an einem Nachmittag pro Woche im ver.di-Büro in Herford Ratsuchende. „Es ist doch gut, wenn ich auch als Rentner noch was um die Ohren habe“, sagt er. Fachlich bleibt er durch ver.di-Schulungen immer auf dem neuesten Stand. Und die Ergebnisse des ver.di-Lohnsteuerservice können sich sehen lassen. 1.24 Milliarden Euro wurden in den 50 Jahren der Steuerberatung für Mitglieder aus den Steuerkassen zurückgeholt, rechnet der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke anlässlich des Jubiläums vor. Rund 82.000  Beratungen und Auskünfte gab es allein 2017, 4.400 Einsprüche legten die Berater/innen ein. Und wenn es nicht anders geht unterstützt der auch ver.di-Rechtsschutz Klagen.

    Zahl der Nachfragen steigt

    Aus Anlass des Jubiläums kamen rund 20 der Lohnsteuerbeauftragten der ersten Stunde nach Berlin und erinnerten sich bei einer kleinen Feierstunde an die Anfänge. Mittlerweile hat sich die ver.di-Lohnsteuerberatung zu einer gefragten Serviceleistung ver.dis für ihre Mitglieder entwickelt. „Die Zahl der Nachfragen steigt weiter“, sagt Edmund Lennartz, heutiger Leiter der Zentralen Arbeitsgruppe (ZAG) für den Lohnsteuerservice. Das führe bei der Terminvergabe leider auch zu Wartezeiten von bis zu vier oder fünf Monaten. Daran zeige sich aber auch, dass das Steuerrecht in den vergangenen 50 Jahren nicht einfacher geworden sei.

    Mehr zum ver.di-Lohnsteuerservice

    Der ver.di-Lohnsteuerservice wurde vor 50 Jahren gegründet. Oliver Berg/dpa Der ver.di-Lohnsteuerservice wurde vor 50 Jahren gegründet.

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