Geld & Tarif

    S Direkt: Streik ohne Ende

    S Direkt: Streik ohne Ende

    23. August 2012 | Gestern wollten 120 Beschäftigte des Sparkassen Callcenters S Direkt aus Halle in Berlin einen Abschluss erstreiken. Geklappt hat es nicht. Bereits seit mehr als sechs Wochen streiken die Callcenter-Mitarbeiter/innen für mindestens 8,50 Euro pro Stunde. Die Arbeitgeberseite bot allein denjenigen 8,50 Euro an, die seit 10 Jahren im Callcenter beschäftigt sind. „Das ist eine Ohrfeige“, sagt einer der Streikenden. Denn die langjährig Beschäftigten machen gerade einmal ein Zehntel der Belegschaft aus.


    Der Streik geht deshalb erst mal weiter. Und Wirkung zeigt er in jedem Fall: „Kunden der Sparkassen warten am Telefon derzeit bis zu 30 Minuten, ständig sind 30 bis 50 Kunden in der Warteschleife“, so Thomas Bittner, der Betriebsratsvorsitzende der Callcenter-Beschäftigten. Die Kunden würden sich beschweren: Über die langen Wartezeiten und über die mangelnde Qualität der Beratung. „Die nicht-streikenden Kolleginnen und Kollegen im Callcenter arbeiten derzeit eine Sechs-Tage-Woche – und dass mit einer Drittelbesetzung.“

    Die S Direkt-Beschäftigten fordern über die 8,50 Euro hinaus eine angemessene Urlaubsregelung, bessere Schulungen und erträglichere Arbeitsbedingungen. Viele von ihnen sind trotz einer 40-Stunden-Woche auf Sozialleistungen angewiesen. Das Brutto-Vollzeitgehalt eines Callcenter-Agenten bei S Direkt beträgt seit 15 Jahren unverändert 1.280 Euro. Das entspricht einem Stundenlohn von 7,38 Euro. Inflationsbereinigt ist die Kaufkraft dieses Gehalts auf aktuell 950 Euro brutto gesunken.

    Die Beschäftigten des Sparkassen Callcenters S Direkt streiken bereits seit mehr als sechs Wochen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Foto: Christian Jungeblodt S Direkt: Streik ohne Ende

    „Die Sparkassen haben in den 
vergangenen Jahren gute Geschäftsergebnisse erreicht und ordentliche
 Erträge erzielt. Vor diesem Hintergrund stellt es die Verhältnisse auf den Kopf, dass öffentlich-rechtliche Sparkassen ein Unternehmen in ihrem Verbund unterhalten, bei dem ein Teil der Beschäftigten staatliche Aufstockungsleistungen zusätzlich zu ihrem Vollzeitgehalt in Anspruch nehmen muss“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied 
Beate Mensch.

    Jetzt gehen die Verhandlungen am Mittwoch, den 29. August 2012, weiter.

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