Geld & Tarif

    SeniVita AG und Dr. Wiesent gGmbH übernehmen Entgelttabellen

    ver.di vereinbart Haustarifvertrag mit privaten Pflegeträgern auf TVöD-Niveau

    Bayreuth, 15. September 2020 | Als einer der ersten privaten Pflegeträger in Deutschland haben die Bayreuther Firmengruppen SeniVita (SeniVita Social Estate AG) und Dr. Wiesent (Dr. Wiesent Sozial gGmbH) einen eigenen Haustarifvertrag nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) mit ver.di abgeschlossen. Die jeweils aktuellen Entgelttabellen werden ein zu eins übernommen. Die Dr. Wiesent Sozial gGmbH und ihre Beteiligungsgesellschaft SeniVita (Anteil Dr. Wiesent: 49,99 Prozent) betreiben in Summe 15 Pflegeeinrichtungen und 4 Schulbetriebe in Bayern. Der Tarifvertrag sei ein „Leuchtturm in der privaten Sozialwirtschaft – nicht nur in Bayern“, sagte Robert Hinke von ver.di Bayern bei der Vertragsunterzeichnung. Der Tarifvertrag tritt rückwirkend zum 1. Juli 2020 in Kraft.

    Neben einem attraktiven Grundgehalt bietet er außerdem eine Jahressonderzahlung sowie steuerfreie und übertarifliche Zuschläge für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen oder in der Nacht. Zusätzlich sind zahlreiche Leistungen zur besseren Versorgung und Absicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen. Eine wöchentliche Regelarbeitszeit von 39 Stunden, 30 Tage Urlaubsanspruch sowie betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sind ebenfalls durch den neuen Haustarif festgelegt.

    „Wir wünschten uns, andere Arbeitgeber wären vergleichbar einsichtig“, so Hinke. Die prekäre Situation gerade in der Pflege liege nicht zuletzt daran, dass sich Arbeitgeber ihrer Verantwortung für die Branche entzögen und Tarifverhandlungen verweigerten. Hinke wies darauf hin, dass die Zukunftsfähigkeit der Branche von attraktiveren Arbeitsbedingungen abhänge. Die Anwendung des Tarifvertrages TVöD sei ein richtiger Schritt in diese Richtung.

    Als „echten Meilenstein“ bezeichnete auch Martin Schmalzbauer, ver.di-Gewerkschaftssekretär für Oberfranken-Ost, den Abschluss des Tarifvertrages. Es gebe jetzt klare verlässliche Strukturen in allen Einrichtungen der Unternehmensgruppen. Er sieht den Tarifabschluss als Wettbewerbsvorteil, wenn es darum geht, dringend benötigte Kräfte für die Pflege zu gewinnen. Schmalzbauer sieht den Tarifabschluss als Wettbewerbsvorteil, wenn es darum geht, dringend benötigte Kräfte für die Pflege zu gewinnen und hofft, dass andere private Betreiber folgen werden. Generell sei ein flächendeckender, allgemein verbindlicher Tarifvertrag anzustreben.

    ver.di fordert eine Aufwertung der Pflegeberufe, mehr Geld und mehr Personal. Renate Koßmann ver.di fordert seit langem mehr Personal in der Pflege und eine Aufwertung der Pflegeberufe

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