Geld & Tarif

    Entlastungstarifverträge bei Charité, Vivantes und Vivantes-Töchtern

    Über 96 Prozent der ver.di-Mitglieder stimmten für Tarifergebnis

    08.12.2021 – Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten der Berliner Krankenhäuser und ihrer Tochtergesellschaften haben den von ver.di erzielten Tarifergebnissen mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. An der Charité votierten 96,3 Prozent und bei Vivantes 96,7 Prozent für die Tarifverträge zur Entlastung. Bei den Vivantes-Tochterunternehmen war die Zustimmung zur dort erreichten Tarifvereinbarung, die deutliche Gehaltsverbesserungen und eine Annäherung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) beinhaltet, mit 95,7 Prozent ähnlich hoch. „Das klare Votum und die sehr gute Beteiligung an der Abstimmung zeigen, dass die Beschäftigten hinter den erreichten Kompromissen stehen. Ihre Bereitschaft, sich entschieden und ausdauernd für bessere Bedingungen einzusetzen, hat sich gelohnt“, sagte die stellvertretende Leiterin des ver.di-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, Susanne Feldkötter. Die Tarifverträge könnten damit wie geplant zum Jahreswechsel in Kraft treten.

    Hunderte Pflegekräfte und andere Beschäftigte nehmen an einer Kundgebung vor der Vivantes-Zentrale teil. An den landeseigenen Krankenhäusern Vivantes und Charité in Berlin läuft seit dem 23.08.21 ein dreitägiger Streik der Beschäftigten Jörg Carstensen/dpa Die Streiks haben sich gelohnt. Jetzt stimmten die Beschäftigten dem Tarifergebnis mit großer Mehrheit zu


    Künftig ist tariflich festgeschrieben, wie viel Personal die Kliniken auf den Stationen und in den Bereichen einsetzen müssen. Arbeiten Beschäftigte mehrfach in unterbesetzten Schichten oder anderweitig belastenden Situationen, erhalten sie zusätzliche freie Tage. „Das ist für die Betroffenen eine unmittelbar wirkende Entlastung. Zugleich erhalten die Kliniken Zeit, das benötigte Personal aufzubauen, um die vereinbarte Sollbesetzung abzusichern“, erläuterte Feldkötter. „Jetzt gilt es, die Regelungen im Alltag konsequent umsetzen. Sie bieten die Chance, die Arbeitsbedingungen substanziell zu verbessern.“ Die Gewerkschafterin forderte die neuen Regierungen auf Bundes- und Landesebene auf, für eine bedarfsgerechte Krankenhausfinanzierung zu sorgen.

    Ivo Garbe, ver.di-Verhandlungsführer für die Vivantes-Tochtergesellschaften, nannte den dort erzielten Tarifvertrag „einen großen und wichtigen Schritt zur Gleichbehandlung aller Beschäftigten an den Berliner Krankenhäusern“. Endlich werde auch in den Tochterunternehmen nach Tarifvertrag bezahlt. „Wir haben in dieser harten Auseinandersetzung nicht alle unsere Ziele erreicht, aber die Beschäftigten haben durch ihre Beharrlichkeit und ihren Mut viel bewegt. Wir werden auch in Zukunft weiter darauf drängen, dass der TVöD für alle an der Spree gilt.“ So seien Charité und Vivantes weiterhin aufgefordert, auch für das gemeinsame Tochterunternehmen Labor Berlin GmbH einen Tarifvertrag mit ver.di abzuschließen.

    Die hohe Zustimmung zum Tarifergebnis führt Garbe auch auf die kontinuierliche Beteiligung der Beschäftigten am Verhandlungsprozess zurück. „Die Delegierten der Teams waren zu jederzeit eng eingebunden. Die vielen intensiven Diskussionen sind die Grundlage dafür, dass der Kompromiss nun breit getragen wird. Die Ergebnisse der Urabstimmung belegen das eindrücklich.“

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