Geld & Tarif

    Der Mindestlohn

    Mindestlohn

    Der Mindestlohn - ein historischer Erfolg

    Gewerkschaften demonstrieren im Februar 2011 vor dem Bundeskanzleramt gegen den Missbrauch von Leiharbeit. Foto: Christian von Polentz Leiharbeit

    Lange hat er gedauert, der zähe Einsatz der Gewerkschaften für einen allgemeinen, flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. Seit dem 1. Januar 2015 gibt es ihn – und seitdem wurde er bereits zweimal erhöht. Ab dem 1. Januar 2019 wird er 9,19 Euro betragen.

    Manko: die Ausnahmen vom Mindestlohn

    Langzeitarbeitslose sollen in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung geringer bezahlt werden können, ebenso Jugendliche unter 18 Jahren. Arbeitgeber von Saisonarbeiter/innen und Erntehelfer/innen sollen Wohnung und Verpflegung mit einberechnen dürfen. Pflichtpraktika waren ohnehin vom Mindestlohn ausgenommen, für freiwillige Praktika soll er jetzt erst nach drei Monaten fällig werden.

    „Die Ausnahmen treffen ausgerechnet die Schwächsten am Arbeitsmarkt. Damit werden Millionen Beschäftigte weiterhin der Willkür von Hungerlöhnen ausgeliefert", kritisiert Frank Bsirske. Hier werden sich die Gewerkschaften weiter stark machen, ebenso wie für stetige Erhöhungen des gesetzlichen Mindestlohns. Über die Anhebung berät alle zwei Jahre eine Mindestlohnkommission.

    Ohne den gesetzlichen Mindestlohn wäre der Niedriglohnsektor in Deutschland noch größer, als er ohnehin schon ist. „Es ist ein his­to­ri­scher Fort­schritt und großer Er­folg der Ge­werk­schaf­ten, dass fünf Mil­lio­nen Men­schen jetzt ein An­recht auf hö­he­re Löh­ne ha­ben", sagte Frank Bsirske seinerzeit zur Einführug des Mindestlohns. 2006 hatten ver.di und die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) die Initiative Mindestlohn gegründet.

    Mehr Infos zum Thema

    • Wissen Sie eigentlich, welcher Lohn Ihnen zusteht?

      Immer mehr Unternehmen scheren aus der sogenannten Tarifbindung aus, um niedrige Löhne und Gehälter zu zahlen. Aber es gibt auch noch diejenigen, die nach Tarif entlohnen. Unter www.lohnspiegel.de finden Sie Angaben zu Tariflöhnen in über 200 Berufen. Der Frauen-Lohnspiegel auf derselben Seite zeigt Ihnen, warum Sie sich gerade als Frau in einer Gewerkschaft organisieren sollten. Denn Frauen verdienen immer noch bis zu 23 Prozent weniger als Männer.

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