Geld & Tarif

    Auch Regelungen zur etwaigen Umsetzung von Kurzarbeit vereinbart

    Deutsche Telekom: Tarifeinigung bringt mehr Lohn und sichert die Beschäftigung

    26. März 2020 | ver.di und die Deutsche Telekom haben sich wegen der Corona-Krise in Rekordzeit auf einen Tarifabschluss verständigt. Die Verhandlungen wurden im Sondierungsmodus unter Nutzung digitaler Konferenztechnik innerhalb nur einer Woche geführt. Der Abschluss gilt für bundesweit rund 60.000 Tarifangestellte, Auszubildende und Dual Studierende der Telekom Deutschland, der Konzernzentrale und der DT IT. „In Zeiten, in denen in vielen anderen Unternehmen und Betrieben Beschäftigte vor hohen existenziellen Nöten stehen, zeigt sich, wie wichtig Gewerkschaft, Solidarität und eine funktionierende Sozialpartnerschaft ist“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.

    Beschäftigte Telekom Foto: ver.di/Dieter Dannenberg Bloß keine Menschenansammlungen: In dieser Tarifrunde gab es eine schnelle Einigung für die Beschäftigten der Telekom

    Das wurde vereinbart

    Die Gehälter der Tarifangestellten sollen in zwei Stufen jeweils zum 1. Juli 2020 und zum 1. Juli 2021 angehoben werden.

    Dabei wird in drei Beschäftigungsgruppen unterschieden:

    EG 1-5:          Anhebung um 3,0% zum 1. Juli 2020 und weitere 2,0% zum 1. Juli 2021

    EG 6:             Anhebung um 2,8% zum 1. Juli 2020 und weitere 2,0% zum 1. Juli 2021

    EG  7-10:       Anhebung um 2,6% zum 1. Juli 2020 und weitere 2,0% zum 1. Juli 2021

    Damit steigen die Gehälter je nach Eingruppierung in einer Bandbreite zwischen 4,6 und 5 Prozent, je nach Einkommenshöhe. Die unteren Gehaltsbänder werden dabei stärker angehoben. Auch die Auszubildenden und Dual Studierenden bekommen mehr Geld. Zum 1. Juli 2020 und 2021 erhöht sich die Vergütung um jeweils 40 Euro.  Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 24 Monaten, vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2022.

    Kündigungsschutz verlängert und die etwaige Umsetzung von Kurzarbeit vereinbart

    Der Ende 2020 auslaufende Kündigungsschutz wird um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2023 verlängert. Mit Blick auf die aktuelle Situation in der Corona-Krise wurden auch Regelungen zur etwaigen Umsetzung von Kurzarbeit vereinbart. Diese beinhalten unter anderem arbeitgeberseitige Zuschüsse zum Einkommen. Des Weiteren wurde eine gemeinsame politische Initiative für eine gesetzliche Regelung für eine Bildungsteilzeit verabredet. Sobald diese Initiative Erfolg hat, werden entsprechende Tarifverhandlungen zur Ausgestaltung aufgenommen. 

    ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland sagte: „Mit dem Tarifergebnis haben wir drei ganz wichtige Ziele erreicht: Anerkennung, Schutz und Perspektive für die Beschäftigten der Deutschen Telekom, die tagtäglich mit ihrer engagierten Arbeit die Kommunikation von Unternehmen und Privatpersonen auch in Zeiten der Corona-Krise ermöglichen.“ Die deutlichen Entgeltsteigerungen seien Ausdruck der Anerkennung der Leistung der Beschäftigten. Die Verlängerung des Schutzes vor betriebsbedingten Kündigungen um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2023 biete ihnen ein hohes Maß an Sicherheit und Perspektive.

    Die Einigung der beiden Verhandlungsparteien steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung weiterer Gremien von ver.di.

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