Corona

    Sonn- und Feiertagszustellung bleibt verboten

    Postdienste

    Spitzenwerte wie zur Weihnachtszeit

    Arbeiten in Zeiten von Corona

    Trotz des sich weiter ausbreitenden Corona-Virus und geschlossener Geschäfte sorgen Logistikdienstleister und Zustellunternehmen dafür, dass wichtige Post und benötigte Güter schnell dort ankommen, wo sie benötigt werden. Neben der Deutschen Post und den großen Paketdiensten sind auch die Zusteller*innen von Zeitungsverlagen und privaten Postunternehmen weiter bei der Arbeit und sorgen etwa am Morgen für die Zeitung im Briefkasten. Stark zugenommen hat in Zeiten von Corona der Onlinehandel und somit die Paketzustellung. Teils erreichen die Paketdienstleister Spitzenwerte wie zur Weihnachtszeit.

    Mehrere Paketdienste hatten deshalb die Zustellung auch an Sonn- und Feiertagen beantragt. Die Paketdienste hatten zudem mit einem hohen Krankenstand argumentiert. Nicht ausgelieferte Zustellungen stauten sich in den Verteilzentren. Dennoch bleibt nach dem jüngsten Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts die Sonn- und Feiertagsarbeit in der Zustellung verboten. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit dem Arbeitszeitgesetz. Ausnahmen seien demnach nur vorgesehen, um etwa einen unverhältnismäßigen Schaden zu vermeiden. Zudem gebe es keine Versorgungskrise, welche die Paketzustellung zur Versorgung von Haushalten derzeit dringend nötig machen würde.

    Päckchen im DHL-Zentrum Foto: Patrick Pleul/dpa Päckchen und Pakete im DHL-Zentrum


    Alles wie immer und doch nicht

    Raik R., 39, ist Zusteller bei der Deutschen Post AG, Niederlassung Betrieb Leipzig Foto: privat Raik R., 39, ist Zusteller bei der Deutschen Post AG, Niederlassung Betrieb Leipzig

    14. April 2020 – „Ich bringe täglich die Päckchen und Pakete zu unseren Kundinnen und Kunden in Halle/Saale. Zu meiner Tour gehören die Stadtteile Heide Nord und Süd sowie Dölau. Wir bemerken jetzt schon sehr, dass viele Geschäfte geschlossen sind und die Leute sich Waren nach Hause bestellen. Das ist von der Menge her vergleichbar mit der Vorweihnachtszeit.

    „Es gibt auch Menschen, die jetzt Angst haben, überhaupt die Tür zu öffnen oder die nichts mehr für die Nachbarn annehmen. Das macht es manchmal etwas komplizierter.“

    Wegen des Corona-Virus müssen wir natürlich auch den nötigen Abstand halten. Deshalb benötigen wir derzeit von den Kunden keine Unterschrift als Empfangsbestätigung. Je nachdem, wie es gewünscht wird, lege ich dann die Pakete auf der Treppe oder an einem Wunschort ab. Die meisten Leute sind sehr verständnisvoll. Aber es gibt auch Menschen, die jetzt Angst haben, überhaupt die Tür zu öffnen oder die nichts mehr für die Nachbarn annehmen. Das macht es manchmal etwas komplizierter. Aber im Großen und Ganzen komme ich gut klar.

    Mein Dienst läuft täglich wie gewohnt von 7:45 bis 16:15 Uhr. Und trotzdem ist die Situation ungewöhnlich: Täglich hören wir in den Nachrichten von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten – sind aber weiterhin immer  unterwegs. Aber das ist reine Kopfsache. Das eigenartige Gefühl, das manchmal aufkommt, verdränge ich und mache meinen Job so gut wie immer. Natürlich achte ich sehr auf die Hygieneregeln. Denn meine Frau, die mit unserem Kind zu Hause ist, möchte ich natürlich schützen.“

    Text: Gundula Lasch