Corona

    Berufskrankheit Nummer 3101 befasst sich mit Infektionen

    Rechtsschutz

    Corona und die gesetzliche Unfallversicherung

    Arbeiten in Zeiten von Corona

    2. Dezember 2020 | Der DGB-Rechtsschutz informiert, nach der Berufskrankheitenverordnung können Infektionskrankheiten als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn der*die Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig ist oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war. Erste Erfahrungen gibt es nun hierzu mit dem Coronavirus. Das ergibt sich aus den Antworten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf schriftliche Fragen einer Bundestagsabgeordneten.

    Krankenschwester Cornelia Möller prüft ein Beatmungsgeräte in einem Zimmer der Intensivstation in der Helios-Klinik. Auf den Isolierstationen tragen die Ärzte, Schwestern und Mitarbeiter Schutzanzüge, Brillen und Mundschutz. Das Helios Klinikum bereitet sich auf einen Anstieg bei Corona-Fälle vor DPA Krankenschwester prüft ein Beatmungsgerät in einem Zimmer der Intensivstation in der Helios-Klinik. Auf den Isolierstationen tragen die Ärzte, Schwestern und Mitarbeiter Schutzanzüge, Brillen und Mundschutz, trotzdem bleibt ein Ansteckungsrisiko


    Eine niedersächsische Bundestagsabgeordnete befragte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu der Anerkennung von Corona als Berufskrankheit. Von dort erhielt sie nun die Antwort, dass die Infektion mit Corona als Berufskrankheit anerkannt werden kann und es auch schon einige Fälle gibt, in denen das geschah. Das Ministerium verwies dabei auf die Berufskrankheit Nummer 3101 der Berufskrankheitenverordnung, wonach Infektionskrankheiten bei Personen im Gesundheitsschutz, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium anerkannt werden können. Gleiches gilt für Menschen mit Tätigkeiten, in welchen sie der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt sind.

    Auch Arbeitsunfall kann anerkannt werden

    In Betracht käme auch die Anerkennung als Arbeitsunfall, wenn die Infektion nachweislich auf einen Kontakt mit einer Person zurückzuführen sei, die mit dem Virus infiziert war. Dies setze jedoch einen intensiven beruflichen Kontakt mit dieser Person voraus. Es komme auf die Dauer und die Intensität des Kontaktes an. Lasse sich eine solche konkrete Person nicht feststellen, könne durchaus im Einzelfall auch ein nachweislich massives Infektionsgeschehen im Betrieb ausreichen. Das gelte auch für den Weg von und zur Arbeit.

    Andere Berufsgruppen sind ebenfalls gefährdet

    ver.di setzt sich gemeinsam mit dem DGB dafür ein, dass Covid 19 auch für Berufsgruppen und Tätigkeiten außerhalb des Gesundheitsbereichs als Berufskrankheit anerkannt wird. Doch bis es soweit ist, scheint es noch ein langer Weg zu sein. Wer am Arbeitsplatz an Corona erkrankt, beispielsweise im Handel, sollte seine Erkrankung auf jeden Fall an die Berufsgenossenschaft melden, vielleicht ergibt sich später doch noch eine Anerkennung, denn die Folgen der Krankheit können einen ein Leben lang begleiten. Anlässlich einer Online-Konferenz mit Macher*innen der neuen Arbeitsschutzregel SARS-COV-2 im November betonte auch ver.di-Bundesvorstandsmitglied Dagmar König wie wichtig es sei, dass Corona als Berufskrankheit nicht nur für Breschäftigte in medizinischen Einrichtungen anerkent werde. Jeder angesteckte Beschäftigte solle deshalb seine Erkrankung der Berufsgenossenschaft anzeigen.

    Noch mehr erfahren: