Corona

    Impfpflicht für bestimmte Beschäftigtengruppen

    Glaubwürdigkeitsproblem der Politik

    15.11.2021 – Viel dringt bislang nicht nach draußen aus den Koalitionsverhandlungen. Doch angeblich wird über eine Impfpflicht für bestimmte Beschäftigungsgruppen diskutiert, etwa im Gesundheitswesen oder in der Kinderbetreuung. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, begrüßt solche Vorschlage ebenso wie etwa der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, CSU.

    „Für die Beschäftigten in den Krankenhäusern, in der Pflege und in Kitas, die zwar enorm viel leisten, bleibt die frustrierende Erfahrung, dass sie von der Politik und den Arbeitgebern meistens nur mit warmen Worten abgespeist werden sollen.“

    Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender

    Plötzlich soll alles anders kommen

    Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke hält nicht viel von solchen Ideen. In einem Statement weist er darauf hin, dass die Impfquote in Bereichen wie der Pflege, dem Gesundheitswesen und Kitas im Verhältnis zum Durchschnitt der Bevölkerung sehr hoch sei. „Wenn jetzt über eine Impfpflicht nachgedacht wird, führt das nicht dazu, dass signifikant mehr Menschen geimpft werden, sondern dass noch mehr Betroffene ihren Beruf verlassen werden", sagte er. Er befürchtet, dass das  den Personalmangel in allen betroffenen Bereichen, namentlich in der Pflege und im Gesundheitswesen, weiter verschärfen wird. „Und es verstärkt das Glaubwürdigkeitsproblem in der Politik, nachdem eine Impfpflicht zuvor monatelang ausgeschlossen wurde und nun plötzlich alles anders kommen soll: Für die Beschäftigten in den Krankenhäusern, in der Pflege und in Kitas, die zwar enorm viel leisten, bleibt die frustrierende Erfahrung, dass sie von der Politik und den Arbeitgebern meistens nur mit warmen Worten abgespeist werden sollen“, so der ver.di-Vorsitzende.