Corona

    Beschäftigungssicherung bis Ende März 2022

    Luftverkehr

    Lufthansa: Krisenvereinbarung für 35.000 Beschäftigte am Boden erzielt

    Arbeiten in Zeiten von Corona

    Berlin/Frankfurt, 11. November 2020 – Um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu sichern, haben sich ver.di und die Lufthansa auf eine Krisenvereinbarung für die rund 35.000 Beschäftigten am Boden verständigt. „Wir haben nach zähen Verhandlungen ein erstes Ergebnis erreicht, das Perspektiven bietet, wirksamen Beschäftigtenschutz sicherstellt und Lufthansa 200 Millionen Euro an Beiträgen, die die Beschäftigten tragen, in die Kasse spült. Jetzt muss die Lufthansa mit diesem Kredit der Beschäftigten verantwortungsvoll umgehen“, sagt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle.

    Kündigungsschutz bis März 2022

    Die Vereinbarung schützt vor Entlassungen bis Ende März 2022. Darüber hinaus wurden obligate Programme zur Altersteilzeit vereinbart. Weitergehende Freiwilligenprogramme zum sozialverträglichen Personalabbau werden ebenfalls angeführt. Demgegenüber stehen Beiträge der Beschäftigten in Höhe von über 200 Millionen Euro. Diese umfassen die Streichung des Weihnachtsgeldes in 2020 und 2021 sowie des Urlaubsgeldes in 2021 inklusive Zuschlägen und einen Verzicht auf Erhöhung der Vergütung bis Ende 2021. Sollte es nach Ablauf der Vereinbarung zu Entlassungen kommen, erhalten die Betroffenen diese Krisenbeiträge bis Ende 2022 über 12 Monate rückerstattet.

    Die Aufstockung zum Kurzarbeitergeld wird von 90 Prozent auf 87 Prozent abgesenkt. Die Vereinbarung umfasst dabei aber gleichzeitig auch eine Ausweitung des tariflichen Schutzes zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes für ca. 6.000 Beschäftigte, denen der Rückfall auf den gesetzlichen Satz drohte. In den vergangenen Monaten hatte zudem die Kündigung von langjährig Beschäftigten in Altersteilzeit an dezentralen Stationen durch die Lufthansa für starke Kritik gesorgt. Diesen Beschäftigten an den Stationen außerhalb der Standorte Frankfurt und München wird im Rahmen der Vereinbarung die Rücknahme der Kündigung angeboten werden. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2021 und steht noch unter dem Vorbehalt einer Mitgliederbefragung.

    Seit Beginn der Corona-Krise bleiben die meisten Jets der Lufthansa leer und am Boden Roessler/dpa-Bildfunk Seit Beginn der Corona-Krise bleiben die meisten Jets der Lufthansa leer und am Boden

    „In dieser schwierigen Situation für das Unternehmen waren die Beschäftigten immer bereit, ihren Beitrag zur Sanierung der Lufthansa zu leisten. Eine ausgewogene Lösung zum Krisenbeitrag zu erzielen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen, war ihnen immer wichtig“, so Behle. „Jetzt werden die Mitglieder darüber abstimmen, ob die von Lufthansa gebotene Sicherheit in Bezug auf ihre Beiträge angemessen ist.“ Die Tarifparteien haben in über zwanzig Verhandlungsrunden um ein Ergebnis gerungen. Lufthansa hatte zeitweise einseitig den Verhandlungstisch verlassen und war erst nach der Aufforderung, soziale Verantwortung zu übernehmen, zurückgekehrt.

    Die Airline hatte bereits zu Beginn der Corona-Krise, die die gesamte Branche in eine schwierige wirtschaftliche Lage gebracht hat, 9 Milliarden Euro Staatshilfe aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien erhalten.