Corona

    Zumindest ein kleiner Silberstreif

    Niedersachsens Wirtschaftsminister verschafft TUIfly-Beschäftigten etwas Luft

    12. Juni 2020 | Die Beschäftigten bei TUIfly sind in großer Sorge über die Unternehmenspläne, die Flotte um die Hälfe zu reduzieren und die Belegschaft entsprechend zu verkleinern. Die im Raum stehenden Entlassungen stießen auch deshalb auf heftige Kritik, weil TUI einen staatlich verbürgten Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro bei der KfW-Förderbank in Anspruch genommen hat, um der Corna-Krise zu trotzen. Nun hat sich der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann eingeschaltet und will die Gespräche zwischen Gewerkschaft und TUIfly vermitteln. ver.di begrüßt seine Initiative ausdrücklich.

    Althusmann hat die Arbeitnehmervertreter*innen und die bei der TUIfly relevanten Gewerkschaften ver.di und Vereinigung Cockpit sowie den Vorstandsvorsitzenden der TUI AG, Friedrich Joussen, und die TUIfly Geschäftsführung für Montag, den 15. Juni, zu einem runden Tisch eingeladen, mit dem Ziel, den geplanten Stellen- und Aufgabenabbau bei der TUIfly zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen. Der Aufsichtsrat der TUIfly hat die Beschlussfassung zu den Plänen des Unternehmens auf den 18. Juni verschoben. Diese sollte ursprünglich in der gestrigen außerordentlichen Aufsichtsratssitzung fallen.

    „Der Minister hat ein klares Ziel der Gespräche formuliert. Wir erwarten jetzt von der Konzern- und Unternehmensspitze, dass sie den Ball aufnehmen und mit den Gewerkschaften und den betrieblichen Interessenvertretungen sozialverträgliche Szenarien entwickeln.“

    Christine Behle, stellvertretende ver.di-Vorsitzende

    „Die Beschäftigten haben nun einen Silberstreif am Horizont aufgezeigt bekommen, nachdem das Unternehmen in der letzten Woche Schrecken in der Belegschaft verbreitet hatte“, zeigt sich die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle erfreut über den Vorstoß des niedersächsischen Wirtschaftsminister. „Der Minister hat ein klares Ziel der Gespräche formuliert. Wir erwarten jetzt von der Konzern- und Unternehmensspitze, dass sie den Ball aufnehmen und mit den Gewerkschaften und den betrieblichen Interessenvertretungen sozialverträgliche Szenarien entwickeln, die den Beschäftigten eine klare und sichere Perspektive und der TUIfly eine Zukunft als Airline bieten“, so Behle weiter.

    Das Unternehmen solle sich nun im öffentlichen Interesse und im Interesse der Beschäftigten von den Plänen eines massiven und nicht sozialverträglich gestaltbaren Stellenabbaus von zirka 60 Prozent der Belegschaft, finanziert durch staatliche Hilfskredite, schleunigst verabschieden.

    15. Juni 2020 | Trotz des angekündigten Sparkurses soll Hannover weiter Hauptstandort der Fluglinie TUIfly bleiben, hieß es nach dem Gespräch zwischen Unternehmensverantwortlichen und Vertretern der Arbeitnehmer*innen am Montag in Medienberichten. Am Donnerstag sind die Sparmaßnahmen Thema im Aufsichtsrat.

    Der geplante Ausverkauf von TUIfly geht ver.di und den Beschäftigten zu weit Foto: Julian Stratenschulte/dpa Die Personalabbaupläne bei TUIfly stoßen auf heftige Gegenwehr und Unverständnis