Corona

    ver.di fordert unverzügliches Handeln

    Forschung und Lehre

    Notlagenfonds für Studierende und Hochschulbeschäftigte

    Arbeiten in Zeiten von Corona

    Berlin, 6. April 2020 | Besonders hart von der Corona-Krise sind die massenhaft prekär Beschäftigten und die Studierenden an den deutschen Hochschulen und Universitäten. Für sie gibt es bisher kein soziales Netz, das sie auffängt. ver.di fordert deshalb ein Zehn-Punkte-Sofortprogramm für Studierende und Beschäftigte an Wissenschaftseinrichtungen. „Tausende befristete Beschäftigte und Lehrbeauftragte an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen wissen nicht, ob und wie es für sie weitergeht. Gleichzeitig sollen sie in einem Kraftakt Online-Angebote aus dem Boden stampfen, um das kommende Semester zu retten. Das passt nicht zusammen, deshalb müssen sofort alle Verträge zunächst um sechs Monate verlängert werden“, sagt Sylvia Bühler, für Bildung, Wissenschaft und Forschung zuständiges Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.

    Frist ist Frust – wieder fließt viel Geld an die Hochschulen, nur nicht für feste Anstellungen der Beschäftigten Foto: Kay Herschelmann Sie sind ohnehin prekär beschäftigt, in der Krise fängt sie bisher kein Netz oder Rettungsschirm auf – Beschäftigte und Studierende der Hochschulen


    Bund und Länder, Wissenschaftseinrichtungen und Drittmittelgeber müssen entschlossenen und unverzüglich handeln. Für hunderttausende Studierende stehe nicht nur das Semester auf dem Spiel, sondern das gesamte Studium. Sie sind darauf angewiesen, neben dem Studium zu arbeiten. In der Krise verlieren die meisten gerade auch ihre Stellen und haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. ALG II können sie nur erhalten, wenn sie ihr Studium unterbrechen oder gar abbrechen. ver.di fordert daher schnellstmöglich eine deutliche Öffnung des BAföG und einen zusätzlichen Notlagenfonds für Studierende.

    „Diese Maßnahmen sichern nicht nur prekär Beschäftigte und Studierende ab. Sie sind auch eine Investition für die Zeit nach der Corona-Krise.“

    Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand

    Weitere Forderungen des Sofortprogramms beziehen sich auf die Verlängerung von Stipendien, die Nichtanrechnung des Sommersemesters auf Regelstudienzeit und BAföG-Förderdauer, großzügige Fristverlängerungen bei Prüfungen und Bewerbungen, die deutliche Aufstockung des Kurzarbeitsgelds, die Abfederung besonderer Notlagen ausländischer Studierender und die Sicherung der Studierendenwerke. „Diese Maßnahmen sichern nicht nur prekär Beschäftigte und Studierende ab. Sie sind auch eine Investition für die Zeit nach der Corona-Krise. Um die absehbaren sozialen und ökonomischen Folgen der Krise zu meistern, braucht es gut ausgebildete Menschen und auch funktionierende Hochschulen und Forschungseinrichtungen“, so Bühler.

    Kurz- und Langfassung des ver.di-Sofortprogramms sind hier abrufbar