Bildung & Ausbildung

    Der Geltungsbereich muss wachsen

    Mindestausbildungsvergütung: ver.di erwartet mehr

    14. Mai 2019 | Seit vielen Jahren haben Gewerkschaften dafür gekämpft. Jetzt soll sie kommen, die erste Mindestausbildungsvergütung. Allerdings bleibt die Kabinettsvorlage unter dem, was ver.di sich für Auszubildende vorgestellt hat.

    Auszubildende der Pflege fordern bessere Ausbildungsbedingungen und den Erhalt der Mitbestimmung Foto: Kay Herschelmann Auszubildende der Pflege fordern bessere Ausbildungsbedingungen und den Erhalt der Mitbestimmung


    „Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung nun endlich den Koalitionsvertrag umsetzt. Die Mindestausbildungsvergütung ist lange überfällig. Es ist ein Erfolg von ver.di, dass sie eingeführt wird“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister. Doch die Kabinettsvorlage, die zum Start im Januar 2020 eine Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr vorsieht, bleibe hinter den Erwartungen von ver.di zurück. ver.di spricht sich für eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung von 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen aus. Das würde für das erste Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung von derzeit 660 Euro ergeben, im zweiten 720 Euro, im dritten 795 Euro und im vierten Ausbildungsjahr dann 826 Euro. Die jährliche, automatische Anpassung sollte auf Grundlage der vom Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelten durchschnittlichen Steigung der tariflichen Ausbildungsvergütung erfolgen. Doch obwohl die Mindestausbildungsvergütung noch deutlich unter dem liegt, was ver.di fordert, ist sie dennoch eine Verbesserung für viele Auszubildende, die zurzeit noch weitaus niedrigere Ausbildungsvergütungen bekommen, beispielsweise Friseure.

    Allerdings gibt es noch etliche Auszubildende und dual Studierende, die nicht von der Mindestausbildungsvergütung profitieren werden, weil sie nicht unter den Geltungsbereich des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) fallen. Hier müsse die Bundesregierung nacharbeiten und den Geltungsbereich erweitern, sagte Christoph Meister. Trotz der besonderen Bedeutung des BBiG als zentrales Ausbildungsgesetz werden bislang zahlreiche berufliche Ausbildungsgänge und vergleichbare neue Ausbildungsstrukturen nicht nach dem BBiG geregelt. Das heißt, die Auszubildenden profitieren auch nicht von einer Mindestausbildungsvergütung. Dazu gehören die dualen Studiengänge und zahlreiche Ausbildungen im Gesundheitsbereich wie Physiotherapeut*innen oder Medizinisch-technische Assistent*nnen, für die oftmals überhaupt keine Ausbildungsvergütung bezahlt wird – im Gegensatz zu Auszubildenden, die beispielsweise unter die Tarifverträge für kommunale Krankenhäuser und Unikliniken fallen und deshalb tarifvertraglich vereinbarte Ausbildungsvergütungen bekommen.

    Vor Ort

    Sie wollen mal mit ver.di-Leuten reden? Fragen stellen oder reinschnuppern? Finden Sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

    Interaktive Karte Ansprechpartner finden

    Newsletter

    Sie wollen informiert bleiben? Dann registrieren Sie sich und erhalten Sie Ihren persönlichen Newsletter mit allen News und Infos zu unseren Aktionen und Kampagnen.

    Informiert sein Jetzt abonnieren