Bildung & Ausbildung

    Kaputte Gebäude, fehlende Lehrmittel

    Berufsschulen fehlt es an Geld

    Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist nach wie vor angespannt. Auch wenn es im letzten Jahr knapp über 43.000 unbesetzte Ausbildungsstellen gab, so standen ihnen doch auch 280.000 junge Menschen gegenüber, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Besonders Hauptschulabsolventen haben es schwer. Und wer einen Ausbildungsplatz hat, ist nicht immer zufrieden, denn es gibt erhebliche Mängel bei der Ausbildung. So leisten 36,2 Prozent der Auszubildenden regelmäßig Überstunden. 35,4 Prozent bekommen keinen betrieblichen Ausbildungsplan. 11,5 Prozent müssen regelmäßig ausbildungsfremde Tätigkeiten machen. Das sind einige Ergebnisse des repräsentativen Ausbildungsreports, den die DGB-Jugend nun zum zwölften Mal in Folge vorgestellt hat. An der Befragung beteiligten sich 12.191 Auszubildende aus den 25 am häufigsten ausgeübten Ausbildungsberufen.

    In typisch weiblich dominierten Berufen wird weniger verdient Foto: Hendrik Schmidt/dpa In typisch weiblich dominierten Berufen wird weniger verdient

    Berufsschulen leiden unter Investitionsstau

    Der thematische Schwerpunkt der diesjährigen Studie lag auf der Qualität der Berufsschule. 58 Prozent der Auszubildenden finden die fachliche Qualität des Berufsschulunterrichts „sehr gut“ oder gut. Allerdings fühlt sich nur jeder zweite Auszubildende, 50,4 Prozent, schulisch gut auf die theoretische Prüfung vorbereitet. Die bessere Verzahnung der beiden Lernorte müsse deshalb im Berufsbildungsgesetz festgeschrieben werden, forderte DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte in einer Presseerklärung zur Veröffentlichung des Reports. Sie verwies zudem auf die mangelhafte Ausstattung der Berufsschulen. Es gebe einen regelrechten Investitionsstau, sowohl was Gebäude und Lehrmittel, als auch was die personelle Ausstattung betrifft. Darunter leide letztlich die Qualität der Ausbildung. Die Kultusminister müssten endlich ihre Politik ändern und mehr Geld investieren. Dringend notwendig seien mehr qualifiziertes Lehrpersonal und zeitgemäß ausgestattete Berufsschulen, forderte sie.

    Der Gesetzgeber müsse einschreiten und die nächste Bundesregierung müsse endlich das Berufsbildungsgesetz im Sinne der Auszubildenden reformieren, forderte die stellvertretende DGB-Vorsitzende, Elke Hannack. Jahr für Jahr klagten gerade die Branchen über Nachwuchssorgen, die für ihre schlechten Ausbildungsbedingungen bekannt sind – da dürfe die Politik nicht länger wegschauen. Bund und Länder sollten einen Pakt für Berufsschulen schließen, mit dem sie sich verpflichten, die Berufsschulen technisch zu modernisieren und für die notwendigen Lehrkräfte zu sorgen.

    Mechatroniker, Industriekaufleute und Industriemechaniker sind überdurchschnittlich zufrieden. Friseurinnen und Friseure, Auszubildende in Teilen des Hotel- und Gaststättenbereichs und Fachverkäufer des Lebensmittelhandwerks, bewerten ihre Betriebe hingegen als mangelhaft. Da ist es kein Wunder, dass in bestimmten Ausbildungsberufen in jedem Jahr viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben und die Abbruchquoten hoch sind. Zudem verdienen Auszubildende in weiblich dominierten Ausbildungsberufen durchschnittlich 115 Euro weniger als in männlich dominierten.

    • Report beim DGB
    Überstunden, fehlende Ausbildungspläne, schlechte Verzahnung von Ausbildung und Berufsschule, darüber klagen Auszubildende Foto: Daniel Bockwoldt/dpa Überstunden, fehlende Ausbildungspläne, schlechte Verzahnung von Ausbildung und Berufsschule, darüber klagen Auszubildende

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