Gute Arbeit

    Schwerpunkt Interaktionsarbeit

    DGB-Index Gute Arbeit 2018: Hohe emotionale Belastungen bei der Arbeit mit Menschen

    22. November 2018 | Psychische Belastungen, Stress bei der Arbeit sowie die Sorge vor einer fehlenden Alterssicherung belasten die Menschen überwiegend in Deutschland. Das ist ein Ergebnis des DGB-Index Gute Arbeit 2018, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Besonders Menschen, die mit Menschen arbeiten, sogenannte Interaktionsarbeit, erleben hohe psychische und emotionale Belastungen im Umgang mit Kunden, Patienten und Klienten. Allerdings bekommen zwei Drittel der Betroffenen bei diesen Konflikten keine ausreichende Unterstützung von ihrem Arbeitgeber. 

    Kind mit Delegierten im Ruhebereich Kay Herschelmann Interaktionsarbeit, beispielsweise mit Kindern oder in der Alten- und Krankenpflege, muss mehr wertgeschätzt werden, um sie zu Guter Arbeit zu machen


    Zwei Drittel aller Beschäftigten arbeiten heutzutage interaktiv, haben also intensiven Kunden- oder Patientenkontakt. Das stellt hohe Anforderungen an ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten, etwa bei der Kindererziehung oder der Alten- und Krankenpflege, betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Fakt sei aber, dass ausgerechnet diese gesellschaftlich wichtigen Tätigkeiten zu geringe Wertschätzung erfahren.

    Auch im Bereich der Altersvorsorge liefert der Index beunruhigende Daten: 45 Prozent der Beschäftigten erwarten, dass ihre Rente nicht ausreichen wird, weitere 36 Prozent, dass sie „gerade so“ reichen wird. Mit dem Rentenpakt wurde ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht, sagte der DGB-Vorsitzende Rainer Hoffmann. „Jetzt brauchen wir weitere Maßnahmen, die das Rentenniveau anheben und den Sinkflug der gesetzlichen Rente dauerhaft stoppen. Wir müssen das Vertrauen in die Altersvorsorge wiederherstellen“, so Hoffman.

    Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske kritisierte auch, dass die Arbeitgeber ihre Beschäftigten zwar nicht ausreichend wertschätzen und bei belastenden Arbeiten unterstützen, dann aber beklagen, dass sie nicht genügend Fachkräfte hätten. Am deutlichsten werde jedoch die fehlende Wertschätzung bei der Bezahlung: 78 Prozent der Befragten empfinden ihr Einkommen bei den durchweg hohen Anforderungen an ihre Tätigkeit mit Menschen als zu gering. Nötig seien daher eine deutliche Aufwertung dieser Berufe und Tätigkeiten, eine Personalbemessung, die einer zugewandten Arbeit mit Klienten und Patienten gerecht werde und eine deutlich bessere Bezahlung, so der ver.di-Vorsitzende.

    Seit 2007 werden für den DGB-Index Gute Arbeit einmal im Jahr Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. 2018 waren es bundesweit über 8.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Branchen, Berufe, Einkommens- und Altersgruppen, Regionen und Betriebsgrößen. Neben den jährlichen Fragen zur Arbeitsbelastung, dem Einkommen, dem Sinn der Arbeit und der Ressourcenausstattung lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Interaktionsarbeit, der Arbeit mit und am Menschen.

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