Gute Arbeit

    Ohne Kollegialität keine Solidarität

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    Kollegialität bringt’s

    Berlin, 22. Dezember 2020 – Egal ob im Gesundheitswesen, der IT-Branche, in sozialen und kulturellen Berufen, im Handel, der Ver- und Entsorgung, in Verkehrs- und Logistikberufen oder in öffentlichen Verwaltungen: Wenn sie Hilfe und Unterstützung von ihren Kolleginnen und Kollegen benötigen, bekommen sie die auch – das sagen laut einer ver.di-Studie 86 Prozent der Beschäftigten in den Dienstleistungsberufen.

    „Die Ergebnisse sind insgesamt eine hervorragende Basis für Solidarität und gewerkschaftliche Durchsetzungskraft in den Betrieben und Verwaltungen. Denn Kollegialität ist mehr als gut zusammenzuarbeiten.“

    Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender

    Demnach gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Kollegialität und Guter Arbeit. 95 Prozent der Dienstleister mit guten Arbeitsbedingungen haben auch eine hoch entwickelte Kollegialität, was nur 68 Prozent der Beschäftigten mit insgesamt schlechten Bedingungen behaupten. „Die Ergebnisse sind insgesamt eine hervorragende Basis für Solidarität und gewerkschaftliche Durchsetzungskraft in den Betrieben und Verwaltungen. Denn Kollegialität ist mehr als gut zusammenzuarbeiten“, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Wo es an Kollegialität fehle, gebe es keine Solidarität. „Gewerkschaftliches Handeln wird dann unmöglich und Gute Arbeit rückt in weite Ferne.“

    Kollegialität sorgt für weniger Stress

    Eine Kultur der gegenseitigen Hilfe und kollegialen Unterstützung sorgt auch für geringeren Stress im Arbeitsleben. Dadurch fühlen sich Beschäftigte weniger gehetzt oder meinen, ihr Arbeitspensum in der vorgegebenen Zeit nicht zu schaffen. Zudem ist die Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen größer, wo ein hohes Maß an Kollegialität herrscht. Unter den Beschäftigten, die den Arbeitgeber gerne wechseln möchten, liegt der Anteil derer, die wenig Kollegialität erleben, fast dreimal so hoch wie bei denen, die bleiben wollen. Und: Von den Beschäftigten, die ihren Arbeitgeber gerne verlassen würden, berichten nur 38 Prozent von betrieblicher Förderung der Kollegialität, während das bei 72 Prozent derer, die bleiben wollen, der Fall ist. 

    Wo es insgesamt gut um die Betriebskultur steht, gedeiht Kollegialität besser als in schlechtem Umfeld. Aber selbst unter ungünstigen Bedingungen verhalten sich die Beschäftigten in ihrer großen Mehrheit kollegial. Kollegialität hängt also nicht am Tropf von Fördermaßnahmen der Unternehmensleitungen. Kollegiales Verhalten resultiert in starkem Maße aus dem Eigeninteresse der Beschäftigten.

    Vertrauensleute sind das wichtigste Bindeglied zwischen ver.di-Mitgliedern im Betrieb oder der Dienststelle und der Gewerkschaft ver.di. Foto: Tom Schildberg Ein Gespräch unter Kollegen – auch das gehört zu guter Arbeit


    Auch in Betrieben und Verwaltungen, in denen durch schlechtes Führungsverhalten der Vorgesetzten Leben und Arbeiten erschwert wird, ist die Kollegialität hoch entwickelt. Laut der ver.di-Auswertung können sich 73 Prozent der Beschäftigten auf Hilfe ihrer Kolleginnen und Kollegen verlassen, auch wenn sie von den Vorgesetzten keine oder kaum persönliche Wertschätzung erhalten. Umgekehrt liegt der Anteil derer, die sich auf die Kollegialität ihrer Mitbeschäftigten verlassen können bei 92 Prozent, wo ein sehr hohes oder hohes Maß an Wertschätzung durch die Vorgesetzten existiert.  

    Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage im Rahmen des DGB-Index Gute und auf den Angaben von 4.731 Beschäftigten, die im Dienstleistungssektor arbeiten. Befragt wurden dabei zufällig ausgewählte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus allen Branchen, Einkommens- und Altersgruppen, Regionen, Betriebsgrößen und Beschäftigungsverhältnissen (außer Auszubildende), gewerkschaftlich Organisierte wie Nicht-Mitglieder.

    Die gesamte Studie ist hier abrufbar.