Neue Zeiten, neue Wünsche, neue Tarifverträge

    Du würdest gerne selbst entscheiden, wie viel und wo du arbeitest? Viele können das bereits, weil ver.di dazu Tarifverträge ausgehandelt hat, die das möglich machen. Auch du könntest bald dabei sein, wenn du dich bei ver.di engagierst.

    Hier ein paar interessante Beispiele:

    ver.di und die Deutsche Post AG schaffen 2011 ein tarifliches Kombinationsmodell aus Zeitwertkonten und Altersteilzeit, den Demografie-Tarifvertrag. Dieser wird mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. 2019 wird er erneut verbessert, Beschäftigte können mit Vollendung des 55. Lebensjahres zehn Jahre früher in Altersteilzeit gehen.

    Die Beschäftigten in bayerischen Nahverkehrsunternehmen haben in ihrem Tarifvertrag Nahverkehr von 2019 ein ganzes Entlastungspaket. Pauschalen für Vor- und Nacharbeit können in eine zusätzliche freie Woche verwandelt werden: Wer möchte, nimmt statt einer Lohnerhöhung noch weitere fünf Tage frei. Und im Schichtdienst gibt es noch einen Entlastungstag extra.

    ver.di führt in vielen Betrieben und Dienststellen Befragungen unter den Mitgliedern durch und diskutiert mit ihnen über Wahlmöglichkeiten, die im Tarifvertrag festgehalten werden sollen, unter anderem auch 2019 im öffentlichen Dienst.

    Zitat Öhlmann
    Foto/Grafik: ver.di
    Grafik Arbeitszeiten
    Foto/Grafik: ver.di

    Balance zwischen Leben und Arbeit

    Heute arbeiten wir in der Regel sieben bis acht Stunden an fünf Tagen pro Woche statt, wie früher, bis zu zwölf Stunden täglich von Montag bis Samstag. Das ist das Ergebnis langer und harter Kämpfe zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten. Jetzt geht es darum, dass du deine ganz persönliche Balance zwischen Leben und Arbeit findest. Dafür handelt ver.di Tarifverträge mit Zeitsparkonten, Gleitzeit, finanziellen Zuschüssen zur Kinderbetreuung und vielem mehr aus. Mach dir hier ein Bild von den Möglichkeiten, deine Arbeit für dich passend zu gestalten.

    Grafik Erfolg
    Foto/Grafik: ver.di

    Die Erfolgs-Geschichte der Arbeitszeitverkürzung

    Wie lange wir am Tag, in der Woche und in Lebensjahren arbeiten und wie flexibel – das Thema Arbeitszeit ist hoch aktuell. Schon im 19. Jahrhundert kämpfen Gewerkschaften darum, dass Beschäftigte vor körperlicher Ausbeutung und Auszehrung geschützt sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg geht es erneut um die Länge der Arbeitszeit. 1955 fordert der DGB die 40-stündige Fünf-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Ein Jahr darauf steht zum 1. Mai erstmals die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vordergrund mit dem Slogan: „Samstags gehört Vati mir“

    Grafik Optionen
    Foto/Grafik: ver.di

    Wir fragen unsere Mitglieder, was sie sich wünschen.

    In Dienstleistungsberufen wird besonders oft zu lange gearbeitet und jederzeitige Bereitschaft verlangt. Das schadet allen, weil bei Überarbeitung Fehler passieren, weniger geschafft wird und Beschäftigte ihre Gesundheit riskieren. Umso wichtiger ist es, sich entlasten zu können. Wir von ver.di fragen unsere Mitglieder, was sie sich dafür wünschen, und bringen es in Tarifverhandlungen ein. Häufig gibt es dann Wahlmöglichkeiten, zum Beispiel zwischen mehr Geld oder mehr Zeit oder zwischen einem Zeitsparkonto oder einem Zuschuss für Kinderbetreuung.

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    Foto/Grafik: ver.di

    Immer mehr in immer kürzerer Zeit durch Digitalisierung

    Führt das für Beschäftigte zu weniger Arbeit und mehr Zeit für andere schöne Dinge? Leider gilt oft das Gegenteil. 2018 wurden in Deutschland mehr als 2 Milliarden Überstunden geleistet, rund die Hälfte davon unbezahlt. Arbeitgeberverbände versuchen, den 8-Stunden-Tag wieder zu verlängern. Was vor 100 Jahren erreicht wurde, muss heute wieder hart verteidigt werden. Deshalb müssen auch flexiblere Arbeitzeiten und mobiles Arbeiten unbedingt tariflich festgeschrieben werden, damit sie die Selbstbestimmung stärken und nicht zur Dauerstressfalle werden.