Arbeit

    1. Mai

    125 Jahre „Tag der Arbeit“

    „Es ist schon eine eigene Sache um den Weltfeiertag des Proletariats, um die Feier des 1. Mai. Ein Fest ist er, aber eins, das immer mit schweren Opfern bezahlt wurde, das Aussperrungen brachte und Blut fließen sah.“ Dieses Fazit zog 1926 die „Gewerkschaft“, das Organ des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Und dies war keine Übertreibung.

    Bundesweit veranstalten die Gewerkschaften am 1. Mai Kundgebungen, Demonstrationen und Familienfeste. Renate Kossmann Symbol des 1. Mai und der Arbeiterbewegung – die rote Nelke  – Da keine Fahnen mitgeführt werden durften, galt die rote Nelke als Zeichen unter Gleichgesinnten


    Erstmals begingen im Mai 1890 Millionen arbeitende Menschen weltweit den „Weltfeiertag der Arbeit“.
     Sie folgten damit einem Aufruf des Internationalen Arbeiterkongresses in Paris vom 20. Juli 1889. Dem aber waren bereits blutige Straßenkämpfe in Chicaogo am 1. Mai 1886 vorangegangen. An diesem Tag handelte traditionell die amerikanische Arbeiterschaft ihre Arbeitsbedingungen aus. Und da der amerikanische Arbeiterbund für den 1. Mai 1890 eine solche Kundgebung beschlossen hatte, schloss sich der Arbeiterkongress in Paris diesem Datum an. Im Mittelpunkt stand die Forderung, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen.

    Blutige Zeiten folgten, beispielsweise 1929. Massenarbeitslosigkeit folgte der damaligen Weltwirtschaftskrise. Aus Furcht vor Ausschreitungen verbot in Deutschland der Polizeipräsident von Berlin Demonstrationen am 1. Mai. Die KPD widersetzte sich. Mittags fielen die ersten Schüsse. Bis zum 3. Mai gab es über 30 Tote (über die genaue Zahl streiten sich die Geschichtsbücher) und fast 200 Verletzte. Weiter 1933: Am 1. Mai inszenierten die Nationalsozialisten ein gigantisches Massenspektakel. Einen Tag später stürmten SS und SA die Gewerkschaftshäuser und zerschlugen die freien Gewerkschaften. Gewerkschafter wurden misshandelt und ermordet. Das Eigentum der Gewerkschaften wurde beschlagnahmt.

    Erst knapp ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand 1946 wieder die erste freie Maifeier statt. An diesem Tag ging es inhaltlich um die Probleme des täglichen Lebens wie Verpflegung, Obdach und Kleidung. In den Folgejahren rückten die Themen „Frieden in Freiheit“ und „soziale Gerechtigkeit“ in den Mittelpunkt der Maikundgebungen.


    1. Mai 2015 

    Nun, 125 Jahre nach der 1. Maikundgebung, geht es weiterhin um die Arbeitsbedingungen, aber auch um die Lebensbedingungen und die Solidarität untereinander. So lautet in diesem Jahr das Motto der Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes: „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“. Mit diesem Thema sprechen sich die Gewerkschaften für Bildung und Mitbestimmung aus und setzen sich gegen Rassismus, Lohndumping und Familienfeindlichkeit zu Wehr.

    Kundgebungen

    Die zentrale DGB-Kundgebung findet in diesem Jahr in Berlin statt. Um 9 Uhr treffen sich die Teilnehmenden am Hackeschen Markt und ziehen um 10 Uhr zum Brandenburger Tor, wo um 11.30 Uhr die Reden beginnen. Hauptredner ist der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske wird bei einer Kundgebung in Essen sprechen.

    Weitere Veranstaltungen sind in den jeweiligen ver.di- oder DGB-Geschäftsstellen zu erfragen.

    Hier geht es zu den ver.di-Landesbezirken und Bezirken.

    Zum Weiterlesen

    TV-Tipp: Die Bedeutung von Arbeit

    Im Spätsommer 2014 hatte der WDR in einer großen Kampagne alle Menschen in Nordrhein-Westfalen eingeladen, ihren Arbeitsalltag mit Smartphone oder Videokamera festzuhalten. Die ver.di-Mitgliederzeitung ver.di PUBLIK berichtete in einem Teil ihrer Auflage ausführlich und ermunterte die ver.di-Mitglieder, mitzumachen bei dem Projekt: Aus mehreren hundert von Zuschauer/innen selbst gedrehten Videos entstanden ein Dokumentarfilm, ein Hörspiel und ein Web-Spezial-Angebot im Internet, das der WDR zum Tag der Arbeit, am 1. Mai 2015, präsentiert.

    Zu diesem und weiteren ver.di-Filmtipps

     

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