Arbeit

    Kundgebungen und Demonstrationen

    Es bleibt unser Tag

    In China gibt es zum 1. Mai eine Woche Ferien, in Frankreich heißt der Tag Fête du Travail (Fest der Arbeit) und ist gesetzlicher Feiertag. In der Türkei ist der „Tag der Arbeit und Solidarität“ erst seit 2009 wieder ein offizieller Feiertag. „Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse“ nennen ihn die einen, etwas realistischer und schlichter „Tag der Arbeit“ die anderen, zum Beispiel der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) - in diesem Jahr unter der Schlagzeile: „Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa.“

    Einfach „Maifeiertag“ heißt der 1. Mai in Deutschland für diejenigen, die sich freuen, dass sie von Gesetzes wegen nicht zur Arbeit müssen. In Berlin und anderswo gefällt linken Autonomen seit vielen Jahren die Art und Weise nicht, wie der DGB und seine Gewerkschaften den Feiertag begehen. Sie glauben, zum „Revolutionären Mai“ aufrufen zu müssen, der dann nachts regelmäßig in Schlachten zwischen Demonstranten und einem Großaufgebot an Polizei endet.

    Massenproteste seit 1891

    Erstmals demonstrierten am 1. Mai 1856 australische Arbeiter für den 8-Stunden-Tag, 30 Jahre später machte ihnen das die amerikanische Arbeiterbewegung nach, die schließlich in Gedenken an die Toten der 1.-Mai-Unruhen vier Jahre später, 1890, eben diesen Maitag zum Gedenktag ernannten. 1891 wurde am 1. Mai bereits weltweit von Arbeitern und Arbeiterinnen zu Massenprotesten aufgerufen.

    Den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag eingeführt haben in Deutschland allerdings die Nazis: Per Reichsgesetz vom 10. April 1933 nannten sie ihn „Feiertag der nationalen Arbeit“. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften in Deutschland verboten und die Gewerkschaftshäuser gestürmt. Bereits 1934 tauften die Faschisten den 1. Mai dann um in den „Nationalen Feiertag“.

    Heute versuchen die neuen Nazis erneut, unseren „Tag der Arbeit“ für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dieses Jahr wollen sie unter anderem in Berlin, Frankfurt/Main, Dortmund und Erfurt aufmarschieren. Breite antifaschistische Bündnisse bilden sich unterdessen, um das zu verhindern, ach mit Beteiligung der Gewerkschaften.

    Jetzt Gesicht zeigen

    Einmal also ist immer der 1. Mai. Einmal steht jede und jeder vor der Frage: weiterhin abseits stehen, weiterhin sich ducken, weiterhin alles schlucken - oder: aufstehen, Haltung zeigen und Solidarität üben. Einmal muss es sein. Und eines Tages, wenn die Gewerkschaften und ihre Mitglieder ihre Ziele durchgesetzt haben, wenn es weltweit keine Ausbeutung von Menschen durch Menschen mehr gibt, eines Tages ist dann immer 1. Mai.

    Text: Henrik Müller

    Termine zum 1. Mai 2013

    Zentrale Kundgebung des DGB: München, 11 Uhr, Marienplatz, Kundgebung mit dem DGB-Vorsitzenden Michael Sommer

    ver.di-Bundesvorstandsmitglieder sprechen an diesem Tag bei folgenden Kundgebungen:

    Frank Bsirske: Ludwigshafen, 10 Uhr, Ebertpark an der Konzertmuschel

    Andrea Kocsis: Hannover, 11 Uhr, Klagesmarkt

    Frank Werneke: Bielefeld, 11.15 Uhr, Ravensberger Park

    Dina Bösch: Barnstorf (Landkreis Diepholz), 11.30 Uhr

    Elke Hannack: Leipzig, 11 Uhr, Markt am alten Rathaus

    Beate Mensch: Hagen/Westfalen, 10.30 Uhr, Volkspark

    Sylvia Bühler: Aurich, 11 Uhr, Marktplatz

    Christine Behle: Dortmund, 12.15 Uhr, Westfalenpark

    Neben den Kundgebungen finden dort auch Demonstrationen und Familienfest statt. Informationen zu weiteren regionalen Veranstaltungen gibt es in den ver.di- oder DGB-Geschäftstellen vor Ort.

    Vor Ort

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