Arbeit

    Abbau von 150 Beschäftigten und Schließungen

    „Unverantwortlicher Kahlschlag“ bei Funke-Medien

    7. Februar 2019 | Als „unverantwortlichen Kahlschlag“ bezeichnete der stellvertretende Vorsitzende der ver.di, Frank Werneke, die Pläne der Funke-Gruppe, mindestens 150 von rund 6.000 Arbeitsplätzen bundesweit abzubauen sowie Redaktionen, Druckereien und Verlagsabteilungen zu schließen: „Hier geht es um die Existenzgrundlage von unseren Kolleginnen und Kollegen und deren Familien.“ Sie hätten bereits in den vergangenen Jahren zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze Sparprogramme und Stellenabbau mittragen müssen und seien dadurch einer erheblichen Arbeitsverdichtung und einem steigenden Druck ausgesetzt. „Und jetzt soll die Dosis ein weiteres Mal erhöht werden und zwar drastisch. Die Folgen für die Presse- und Meinungsvielfalt werden spürbar sein", warnte Werneke und kündigte an, mit den in ver.di organisierten Beschäftigten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen.

    Funke-Medien: Eine vernünftige Strategie fehlt Foto: Vennenbernd/dpa-Bildfunk Funke-Medien: Eine vernünftige Strategie fehlt

    „Durch eine Kette an publizistischen und unternehmerischen Fehlentscheidungen wird ein einstmals stolzer und bedeutender Verlagskonzern systematisch vor die Wand gefahren.“

    Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender

    Bereits jetzt brüste sich die Funke-Zentralredaktion damit, wesentliche Inhalte für die großen Funke-Medien (wie zum Beispiel das Hamburger Abendblatt, die Braunschweiger Zeitung, die Thüringer Allgemeine Zeitung oder auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung) bundesweit zu liefern und damit täglich mehr als fünf Millionen Menschen zu erreichen: Dass mit dieser Strategie weder der Bedarf an regionaler Berichterstattung gedeckt werden könne, noch große wirtschaftliche Erfolge zu erzielen seien, liege auf der Hand, so Werneke weiter. „Statt einer vernünftigen Strategie für ausdifferenzierte Informationen im Norden, Westen, Osten oder der Mitte Deutschlands, wo vollkommen unterschiedliche gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen herrschen, wird Einheitsbrei produziert.“ Durch eine Kette an publizistischen und unternehmerischen Fehlentscheidungen werde ein einstmals stolzer und bedeutender Verlagskonzern systematisch vor die Wand gefahren, kritisierte Werneke. Ordentliche Gewinne seien offenbar wichtiger als die Kolleginnen und Kollegen und die Qualität der Funke-Medien.

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