Arbeit

    Virtuelle Aktionen und Internet-Debatte am 12. Mai

    Pflege

    ver.di fordert zum Tag der Pflegenden dauerhaft bessere Arbeitsbedingungen

    Arbeiten in Zeiten von Corona

    11. Mai 2020 | ver.di fordert zum Tag der Pflegenden am 12. Mai eine dauerhafte Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. „Es ist schön, wenn die Menschen für Pflegekräfte applaudieren. Damit die Anerkennung ihrer wichtigen Rolle für die Gesellschaft glaubwürdig bleibt, braucht es jetzt aber auch verlässliche Zusagen für dauerhaft bessere Arbeitsbedingungen“, sagte Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständig ist. „Die Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege sorgen an jedem Tag und in jeder Nacht dafür, dass kranke und pflegebedürftige Menschen gut versorgt werden. Dafür fordern sie Respekt auch im Alltag - das heißt vor allem gute Arbeitsbedingungen und mehr Personal.“


    Bühler kritisierte, dass grundlegende Schutzrechte der Beschäftigten außer Kraft gesetzt blieben, während zugleich wieder verstärkt planbare Operationen durchgeführt würden. „Die pauschale Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen in Kliniken und die mögliche Ausweitung der Arbeitszeiten auf zwölf Stunden pro Schicht müssen unverzüglich aufgehoben werden“, so die Gewerkschafterin. „Die Beschäftigten verlangen, dass auch ihre Gesundheit geschützt wird. Dazu gehört, dass sie regelmäßig auf den Corona-Virus getestet werden und genug qualitativ hochwertiges Schutzmaterial zur Verfügung steht. Das ist längst noch nicht überall der Fall.“

    Am Dienstag werden zum Tag der Pflegenden vielerorts Aktionen stattfinden, entweder im virtuellen Raum oder unter Beachtung des Abstandsgebots. Zudem gibt es eine Internet-Debatte von Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus. Als Arbeitgebervertreter werden der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, und der Vorsitzende des Bundesverbands der Arbeiterwohlfahrt, Wolfgang Stadler, teilnehmen.

    „Keine Frage: Die Beschäftigten in der Gesundheitsversorgung sind systemrelevant“, so Bühler weiter. „Das wird uns allen in dieser Pandemie vor Augen geführt.“ Doch vieles im Gesundheitssystem laufe falsch. Statt um eine gute Versorgung gehe es allzu oft vor allem um die Steigerung von Gewinnen und Marktanteilen. „Der Staat muss wieder seiner Verantwortung gerecht werden. Nicht wirtschaftlicher Wettbewerb darf darüber entscheiden, wo es Krankenhäuser gibt, sondern der Bedarf. Und welche Folgen es hat, die Altenpflege der Kommerzialisierung zu überlassen, ist offensichtlich: Altenpflege ist heute der Mangelberuf schlechthin.“ Für diese anspruchsvolle Arbeit brauche es eine flächendeckend gute Bezahlung. Und auch bei der Personalbesetzung seien klare und verbindliche Vorgaben nötig. Bühler: „Sowohl in der Alten- als auch in der Krankenpflege liegen Konzepte für eine bedarfsorientierte Personalbemessung auf dem Tisch. Die Bundesregierung ist gefordert, sie schnellstens verbindlich einzuführen. Da lassen wir nicht locker.“

    ver.di-Tarifbewegung: ver.di fordert im Gesundheitsbereich mehr Entlastung – per Tarifvertrag Foto: dpa-Bildfunk In Deutschlands Krankenhäusern fehlen 70.000 Pflegekräfte

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