Arbeit

    Zeitumstellung

    Normalzeit: Was Beschäftigte wissen müssen, wenn die Zeit umgestellt wird

    Berlin, 29. Oktober 2021 | In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt, und zwar von drei Uhr auf zwei Uhr. Damit endet die Sommerzeit. Die Nacht ist dann eine Stunde länger. Doch was ist, wenn man in dieser Nacht arbeiten muss?

    Zeitumstellung: Wer hat an der Uhr gedreht...? Foto: Robert Michael/dpa Da rennt die Zeit nur so davon

     

    Zurück zur Normalzeit

    Wie in jedem Herbst werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt, und zwar von drei Uhr auf zwei Uhr. Damit endet die Sommerzeit. Die Nacht ist dann eine Stunde länger. Insgesamt aber werden die Tage dann kürzer und es wird abends früher dunkel. Das Ende der „Sommerzeit“ ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Beginn der „Winterzeit“, von der landläufig oft die Rede ist. Eine „Winterzeit“ gibt es streng genommen nicht.

    Grundsätzlich gilt in Deutschland, wie auch in seinen Nachbarländern, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Die Differenz der mitteleuropäischen Zeit zur Weltzeit UTC beträgt +1 Stunde (UTC+1). Von dieser Zeit wird im Sommer abgewichen, wenn wir eine Stunde Schlaf opfern müssen, weil die Uhren vorgestellt werden, um das Sonnenlicht besser nutzen zu können. Damit gilt im Sommer dann die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Nach der Umstellung am Wochenende gilt dann wieder die Normalzeit und nicht die Winterzeit.

    Was ist, wenn ich arbeiten muss?

    Auch für Beschäftigte, die in dieser Nacht arbeiten müssen, verlängert sich die Nacht der Zeitumstellung. Die Arbeitszeit der Beschäftigten richtet sich jedoch nach den individuellen Regelungen des jeweiligen Arbeitsverhältnisses. Das heißt, die Arbeitspflicht erhöht sich nicht automatisch, weil die Nacht länger dauert. Ist nichts geregelt - was der Regelfall sein dürfte - muss in dieser Stunde nach Ansicht der Rechtsprechung im Zweifelsfall trotzdem gearbeitet werden. Die Gerichte gestehen dem Arbeitgeber ein "erechtigtes Interesse" zu, Lücken oder Überschneidungen zu vermeiden.

    Wenn Beschäftigte eine Stunde länger arbeiten müssen, ist diese dann aber auch zu vergüten. Bei Unklarheiten sollten Betroffene in ihren Arbeitsvertrag oder den anzuwendenden Tarifvertrag bzw.  Betriebsvereinbarungen schauen.

    Nicht länger als zehn Stunden

    Die Zeitumstellung setzt auch das Arbeitszeitgesetz nicht außer Kraft: Die Höchstarbeitszeit von acht Stunden muss eingehalten werden, auch wenn die Stunde zwischen zwei und drei Uhr doppelt zählt. In der Regel ist das kein Problem, da die tägliche Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden verlängert werden kann, wenn die Mehrarbeit innerhalb eines Jahres ausgeglichen wird. Die Grenze von zehn Stunden darf aber auch durch die Zeitumstellung nicht überschritten werden.

    Allerdings können Tarifverträge abweichende Regelungen enthalten. Im Zweifelsfall sollte man auch hier einen Blick in die entsprechende Vorschrift werfen oder sich an den Betriebsrat oder ver.di wenden.

    Also wie jetzt?

    Zum Schluss noch ein Hinweis für alle, die regelmäßig vor der Frage stehen, ob die Uhr nun vor- oder zurückgestellt werden muss. Es gibt einen guten Merksatz, die sogenannte „Café-Regel“: Die Cafés und Restaurants stellen im Frühling die Tische vor die Tür (Uhr im Frühling eine Stunde vorstellen) und im Herbst stellen sie sie wieder zurück (Uhr im Herbst eine Stunde zurückstellen).

    Text: Dr. Till Bender/DGB-Rechtsschutz

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