Arbeit

    Zeitumstellung

    Sommerzeit: Wenn Beschäftigten eine Stunde fehlt

    Berlin, 29. März 2019 | Wie jedes Jahr im Frühjahr wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt, von zwei auf drei Uhr. Das hat zum einen den Effekt, dass es abends dann länger hell ist. Doch erst einmal verkürzt sich die Nacht um eine Stunde und somit auch der Schlaf. Das Aufstehen vor allem am Montag wird wie in jedem Jahr vielen Menschen schwerfallen.

    Zeitumstellung: Wer hat an der Uhr gedreht...? Foto: Robert Michael/dpa Wer hat an der Uhr gedreht...?


    Einheitliche Zeit in der EU   

    Die Zeitumstellung wurde in Deutschland im Jahr 1980 eingeführt und 1996 um einen Monat verlängert. Seitdem gilt einheitlich innerhalb der Europäischen Union die Normal- beziehungsweise Winterzeit bis zum letzten Sonntag im März und die Sommerzeit bis zum letzten Sonntag im Oktober. Mit der Uhrumstellung ist nach wie vor die Vorstellung verbunden, die Tageshelligkeit optimal auszunutzen und weniger Energie für künstliche Lichterzeugung zu verbrauchen. Ob dieses Ziel mit der Zeitumstellung tatsächlich erreicht wird, ist jedoch umstritten.
     
    Erwiesen ist jedoch, dass die Umstellung die „innere Uhr“ durcheinanderbringt, ähnlich wie bei einem Jetlag. Es kann zu Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Einschlafproblemen und erhöhter Reizbarkeit führen, wenn der Körper eine Stunde weniger Schlaf kompensieren muss.

    Zeitumstellung in der Nachtschicht

    Für Beschäftigte, die in der Nacht der Zeitumstellung arbeiten müssen, verkürzt sich die Arbeitszeit. Sie arbeiten also eine Stunde weniger. Das freut diejenigen, die einen festen Monatslohn erhalten. Wer aber nach Stunden bezahlt wird, verliert den Anspruch auf Bezahlung, da die Stunde ja nicht gearbeitet worden ist. Die Nachtschichtzuschläge für diese Stunde entfallen in jedem Fall, da sie eine tatsächliche Erschwernis ausgleichen sollen. Und diese Erschwernis besteht ebenfalls nicht, wenn nicht gearbeitet wurde.
     
    Immerhin: Die Stunde muss nicht nachgearbeitet werden, auch nicht während der zusätzlichen Arbeitsstunde bei der Zeitumstellung im Oktober. Die Pflicht zur Arbeitsleistung entfällt bezogen auf diese Stunde ersatzlos.

    Verspätung am Montagmorgen

    Wer sich nicht schnell umgewöhnen kann, der läuft mit dem Beginn der Arbeitswoche am Montag Gefahr, der inneren Uhr zu folgen und damit zu verschlafen. Vergessen sollte man auf keinem Fall, den Wecker auf Sommerzeit umzustellen. Wer verspätet zur Arbeit erscheint, dem droht eine Abmahnung. Die Zeitumstellung taugt als Ausrede kaum, weil sie ja alljährlich erfolgt. Auch Presse, Funk und Fernsehen berichten meist frühzeitig über die bevorstehende Umstellung.

    Endet die Sommerzeit bald für immer?

    Da die von der Zeitumstellung erhofften Effekte im Wesentlichen nicht eingetreten sind, wird in jüngerer Vergangenheit verstärkt darüber diskutiert, die Zeitumstellung wieder abzuschaffen. Untersuchungen bestätigen schädliche Effekten der Umstellung auf Menschen und Tiere, was wiederum zu volkswirtschaftlichen Schäden führt.
     
    Und zudem: 84 Prozent der Teilnehmer*innen einer europaweiten Online-Befragung der EU-Kommission im vergangenen Jahr forderten die Abschaffung der Zeitumstellung. Es hatten 4,6 Millionen Menschen teilgenommen, davon rund 3 Millionen aus Deutschland. Der Vorschlag der Kommission, die Umstellung schon in diesem Jahr abzuschaffen, setzte sich jedoch nicht durch. Denn nach diesem Vorschlag sollte jeder Staat selbst entscheiden, ob er dauerhaft Sommer- oder Winterzeit will. Einen dadurch entstehenden Flickenteppich wollten aber insbesondere die EU-Verkehrsminister verhindern. Deshalb stimmen derzeit die EU-Staaten ihre Position ab, mit einem Ergebnis wird nicht vor Herbst 2019 gerechnet.

    Text: Till Bender/DGB Rechtsschutz

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