Arbeit

    Hunderte berufliche Existenzen gefährdet

    TUIfly: ver.di kritisiert Entscheidung des Aufsichtsrats über drastische Reduzierung der Flotte scharf

    19. Juni 2020 | „Die Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle zur Entscheidung des TUIfly-Aufsichtsrats über eine drastische Reduzierung der Flotte und einen entsprechenden Personalabbau. ver.di werde um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

    Der geplante Ausverkauf von TUIfly geht ver.di und den Beschäftigten zu weit Foto: Julian Stratenschulte/dpa Die Reduzierung der Flotte gefährdet Hunderte berufliche Existenzen


    Erst im April hatte TUI einen staatlich verbürgten Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro bei der KfW-Förderbank in Anspruch genommen, um der Corona-Krise zu trotzen. Nun aber sollen Flotte und Personal deutlich reduziert werden. Auch ein runder Tisch, zu dem Wirtschaftsminister Bernd Althusmann kurzfristig am Montag die relevanten Gewerkschaften ver.di und die Vereinigung Cockpit sowie den Vorstandsvorsitzenden der TUI AG, Friedrich Joussen, und die TUIfly-Geschäftsführung eingeladen hatte, brachte keine Planänderung: Am Donnerstag hat der TUIfly-Aufsichtsrat mit der Mehrheit der Kapitalvertreter gegen den Willen der Arbeitnehmervertreter der vom Management geplanten Reduzierung der Flotte von 39 auf 17 Flugzeuge und damit einhergehend einem Personalabbau zugestimmt.

    Christine Behle kritisierte, das sei „ein Affront gegenüber der Politik und den Steuerzahlern“. Hier werde mit Staatshilfen eine Vernichtung von mitbestimmten und tarifierten Arbeitsplätzen geplant. Dass das Management nicht einmal den Versuch unternommen habe, mit den betrieblichen und gewerkschaftlichen Verhandlungspartnern Kompromisslinien auszuloten, sei nicht nachvollziehbar. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz und die Zukunft der Airline kämpfen“, kündigte sie an.

    Die TUIfly-Pläne würden nicht nur Hunderte berufliche Existenzen, sondern auch die Zukunft der Airline und die Qualität des TUI-Produktes gefährden, so Behle weiter. „Es ist kaum vorstellbar, dass TUI-Kunden erfreut sind, wenn sie ihren TUI-Sommerurlaub zukünftig mit billigen Sub-Charter-Airlines aus dem Ausland antreten sollen.“ Wenn das verbleibende Fluggerät der TUIfly wegen der Schließung wichtiger Bereiche von Technik und Verwaltung in Deutschland schlechter gewartet werde, drohe ein Verlust von Qualität und Sicherheit. „Hier wird mit der Zukunft der Airline und des TUI-Produkts gespielt.“

    Vor der Sitzung des Aufsichtsrates am gestrigen Donnerstagnachmittag hatten Hunderte Beschäftigte aus der Technik, der Verwaltung, der Bodendienste, aus Kabine und Cockpit vor der Konzernzentrale der TUI AG in Hannover gegen die Pläne demonstriert.

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