Personalrätepreis 2022 verliehen

    09.11.2022

    9. 11. 2022 – Zum 25. Mal hat in diesem Jahr das Schöneberger Forum stattgefunden. Diesmal zwar in Berlin-Mitte, aber auch dort bleibt die Fachtagung für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst ein Platz für Austausch und Netzwerken. Auch in diesem Jahr hat der BUND-Verlag in diesem Rahmen wieder den Deutschen Personalrätepreis verliehen. Von den sechs Preisen hatten vier einen ver.di-Hintergrund.

    Silber geht nach Stuttgart

    Freuen über den Silberpreis konnte sich der Gesamtpersonalrat der Landeshauptstadt Stuttgart. Er hat die Initiative ergriffen, um die Einführung und Handhabung digitaler Werkzeuge und Plattformen aktiv mitgestalten zu können. Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber dauerten über ein Jahr, in dem sich die Beschäftigtenverteter*innen über digitale Innovationen und künstliche Intelligenz (KI) kundig gemacht hatten. Trotz der neu erworbenen Qualifizierung haben sie auch externen Sachverstand hinzugezogen. Herausgekommen ist dabei eine wegweisende Rahmendienstvereinbarung, die jetzt mit dem Deutschen Personalrätepreis in Silber ausgezeichnet wurde. 

     
    Der Silberpreis geht nach Stuttgart
    © Simone M. Neumann
    Silber an den Personalrat der Landeshauptstadt Hannover für eine wegweisende Rahmendienstvereinbarung

    Es ist übrigens der zweite Preis innerhalb von wenigen Tagen, den das Team aus Stuttgart gewonnen hat. Am 7. November konnten sie sich schon über den Mitbestimmungspreis des DGB Baden-Württemberg in der Kategorie Verwaltung freuen.

    Artikel zum Projekt in der ver.di publik 7/2022

     
    In Berlin wurden am 9. November die Preisträger:innen des Deutschen Personalrätepreises 2022 bekannt gegeben
    © Simone M. Neumann
    Der Personalrätepreis in Bronze geht an den Personalrat der Medizinischen Hochschule Hannover

    Krisenbegleitung in Hannover

    Traumatische Erfahrungen zählen leider zum Arbeitsalltag vieler Beschäftigter der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie wurden alleine gelassen oder bekamen zu spät psychosoziale Hilfe angeboten in oder nach belastenden Situationen. Dazu zählt etwa der direkte Kontakt zu HI-Viren ebenso wie der plötzliche Tod einer Kollegin. Jetzt ist klinische Krisenintervention für die Beschäftigten der MHH ein fester Bestandteil der Arbeit. Die ausgebildeten Begleiter:innen können per Telefon oder über das Intranet kontaktiert werden. Gemeinsam mit den Beschäftigten wurde das Konzept entwickelt. Sogar einige Personalratsmitglieder haben sich zu Krisenbeglieter*innen schulen lassen. Das Projekt erhielt den Personalrätepreis in Bronze.

     

     
    Der JAV-Sonderpreis ging nach Essen
    © Simone M. Neumann
    Die JAV der Stadtverwaltung Essen überzeugte mit bewegten Bildern und guten Argumenten

    Filmische Überzeugungsarbeit in Essen

    Wie kann man die -Ausbildung verbessern und damit auch die Attraktivität der Ausbildung steigern? Das hat sich die Jugend- und Ausbildungsvertretung (JAV) der Stadtverwaltung Essen gefragt. Ihre drei Forderungen

    • digitale Endgeräte, die den Nachwuchskräften das Lernen erleichtern
    • Verbeamtung vom ersten Tag des Studiums bzw. der Ausbildung an
    • Übernahme von Studiengebühren etwa für den Studiengang soziale Arbeit

    setzen sie filmisch um – und überzeugten die Arbeitgeberin weitgehend. Ein wichtiger Schritt, damit die Stadt Essen gerade in der Konkurrenz zu den umliegenden Städten und Gemeinden für Nachwuchskräfte attraktiv bleibt. Und so überzeugend gemacht, dass die JAV auch den Sonderpreis der DGB Jugend aus Berlin mit an die Ruhr nehmen kann.

    Eigenbetrieb in Oberhausen

    Die Oberhausener Gebäude-Management-Gesellschaft (OGM), eine hundertprozentige Tochter der Stadt Oberhausen, sollte nach den Plänen der Stadtverwaltung zerschlagen werden. Sechs Jahre hat der Kampf des Personalrats der Stadt und des Betriebsrats der OMG gedauert, aber jetzt sind die Arbeitsplätze der OMG-Kolleg*innen gesichert, es wurden sogar neue geschaffen. Es wurde ein Eigenbetrieb gegründet, in die die Beschäftigten unter dem Schutz eines Tarifvertrags übergeleitet wurden. So konnten Einkommen, tarifliche Regelungen und Mitbestimmung gesichert werden. Mittlerweile wurde bei der Stadt Oberhausen auch ein Gesamtpersonalrat gegründet. Für diesen Erfolg gab es den Debeka-Sonderpreis.

    Artikel zum Projekt in der ver.di publik 06/2022

     
    Große Freude in Oberhausen
    © Simone M. Neumann
    Arbeitsplätze gesichert, Eigenbetrieb gegründet – der Debeka-Sonderpreis geht nach Oberhausen

    Alle Preisträger*innen

    • Gold
      Lehrerhauptpersonalrat beim Ministerium für Bildung und Kindertagesförderungen Mecklenburg-Vorpommern für eine Arbeitszeitregelung für die unterstützenden pädagogischen Fachkräfte an öffentlichen Schulen in MV
    • Silber
      Gesamtpersonalrat der Landeshauptstadt Stuttgart für eine Rahmendienstvereinbarung für Digitalisierung und IT
    • Bronze
      Personalrat der Medizinischen Hochschule Hannover für ein Projekt zur Krisenbegleitung nach traumatischen Arbeitserfahrungen
    • Sonderpreis für Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV)
      JAV der Stadtverwaltung Essen, die ihre Forderungen gut verpackt und mit neuen Medien erfolgreich verhandelt hat
    • Sonderpreis für Schwerbehindertenvertretungen (SBV)
      Gesamtpersonalrat und SBV der Universität Potsdam für eine Inklusionsvereinbarung und einen Maßnahmenkatalog
    • Debeka-Sonderpreis
      Gesamtpersonalrat der Stadtverwaltung Oberhausen, die bei einer Tochter der Stadt die Zerschlagung verhindern und stattdessen die Beschäftigung, die Tarifvertragsstrukturen und die Interessenvertretung sichern konnte
       
      Mehr Infos zu allen ausgezeichneten und nominierten Projekten 

    Der Preis

    Der Deutsche Personalräte-Preis wird auf Initiative der Zeitschrift „Der Personalrat“, die im BUND-Verlag erscheint, verliehen. Geehrt werden damit Personalräte, die die Initiative ergreifen, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, deren Arbeitsumfeld oder die sozialen Rahmenbedingungen zu verbessern.
    Schon jetzt werden Bewerbungen für den Deutschen Personalrätepreis 2023 angenommen. Mehr Infos 
     
     

     

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